Startschuss für Rot-Pink

Wien

In Wien ist der offizielle Startschuss zur neuen Legislaturperiode gefallen. Im Rathaus hat am Vormittag die konstituierende Sitzung des Gemeinderats begonnen. Erstmals wird dabei eine SPÖNEOS-Regierung ins Amt eingeführt.

 

Update: Michael Ludwig wurde mit 60 Ja-Stimmen zum Bürgermeister gewählt – deutlich mehr als die Koalition Stimmen hat.

Wien, 24. November 2020 | Die Sitzung findet coronabedingt nicht im Gemeinderatssitzungssaal, sondern im großen Festsaal des Rathauses statt. Zum Auftakt wurden die 100 Mandatarinnen und Mandatare angelobt.

Ludwig wird als Landeshauptmann angelobt

Auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) und der Stadtsenat – also die amtsführenden und nicht amtsführenden Stadträte – werden gewählt. Ludwig wird in den Mittagsstunden zudem die Hofburg besuchen, wo er von Bundespräsident Alexander Van der Bellen als Landeshauptmann von Wien angelobt wird. Am Nachmittag wird sich dann auch der Landtag konstituieren.

Der Festsaal wurde als Ort heute gewählt, um die nötigen Abstandsregeln zu gewährleisten. Jeder Abgeordnete hatte einen kleinen Tisch für sich. Alle Personen im Saal mussten Mund-Nasen-Schutz tragen, sobald sie ihre Plätze verließen. Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Ludwig die Anwesenden. Der Gemeinderat, so hob er hervor, sei vollzählig zusammengekommen, niemand sei erkrankt und fehle.

Ludwig würdigte zunächst jüngst verstorbene Ex-Mandatare wie den früheren Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Nettig. Auch gab es ein Gedenken an den Terroranschlag vor drei Wochen. “Wir lassen uns von solchen Terroristen in Wien nicht in die Knie zwingen”, versicherte der Bürgermeister.

Ludwig wird später auch seine Regierungserklärung vortragen, diese wird in weiterer Folge debattiert. Im Gemeinderat haben sich die Kräfteverhältnisse nach der Wahl am 11. Oktober deutlich geändert. Die SPÖ verfügt nun über 46 Mandate, das sind zwei mehr als bisher. Die Fraktion der ÖVP ist sogar um 15 Personen gewachsen, insgesamt 22 Plätze nehmen die Stadt-Türkisen künftig ein.

FPÖ verliert 26 Gemeinderatsmitglieder

Auch die Grünen verzeichneten einen Zuwachs, nämlich von zehn auf 16 Gemeinderatsmitglieder. Die neue Regierungspartei NEOS kann acht statt bisher fünf Sitze besetzen. Der Wahlverlierer FPÖ verfügt ebenfalls über acht Mandate, was in diesem Fall aber einen Verlust von 26 Mitgliedern bedeutet.

Gewählt werden weiters die Mitglieder des Stadtsenats, also die Stadträte. Jene der beiden Regierungsparteien werden in einem weiteren Wahlgang auch mit einem Amt betraut – und damit zu sogenannten amtsführenden Stadträten. Ein Wiener Spezifikum ist, dass auch die Opposition über Stadtsenatsmitglieder verfügt, die aber kein Ressort ihr Eigen nennen.

Neue Ressortaufteilung

Das rote Regierungsteam bleibt unverändert, umgeschichtet wird jedoch zum Teil bei der Ressortaufteilung. So wird etwa der bisherige Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky für Umweltagenden zuständig sein, die bisherige Umweltstadträtin Ulli Sima wurde mit dem zuletzt von den Grünen geleiteten Verkehrsressort betraut. NEOS-Chef Christoph Wiederkehr wird Vizebürgermeister und einziges pinkes Regierungsmitglied. In seine Zuständigkeit fallen Bildung, Integration, Transparenz und Jugend.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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