Gott hat seine Hand zurück

So trauert die Welt um Diego Maradona

Die Sportwelt trauert um einen der besten Fußballer aller Zeiten. Diego Armando Maradona verstarb am Mittwoch im Alter von 60 Jahren.

 

Wien, 26. November 2020 | Einer der ganz großen Fußballer ist am Mittwoch in Buenos Aires gegangen: Diego Maradona. Der 60-jährige Argentinier verstarb an einem Herzinfarkt. Der nur 1,68 Meter große Dribbelkünstler hatte in den 80er Jahren mit dem SSC Neapel die Fußballwelt aufgemischt. Zweimal wurde er mit den Italienern Meister (1987 und 1990), 1989 gewann er den UEFA Cup mit den Neapolitanern. Mit dem argentinischen Nationalteam wurde der „Goldjunge“ 1986 Weltmeister.

Die “Hand Gottes”

Im Viertelfinale gegen England sorgte Maradona für das Spiel, für das er in die Geschichte eingehen sollte. Mit seinem Dribbling über das halbe Feld, vorbei an den als Fahnenstangen agierenden Engländern, erzielte er das FIFA-Tor des 20. Jahrhunderts. Doch noch ein zweites Tor sollte zu Weltruhm führen, als Maradona einen hohen Ball mit der „Hand Gottes“ ins Tor beförderte. Offiziell zugegeben hat Maradona das Handspiel nie.

Neben seinem begnadeten Fußballspiel sorgte Maradona auch abseits des Platzes für Schlagzeilen. Alkohol und Drogenaffären begleiteten die Karriere des Edeltechnikers. 1990 fasste er eine 15-monatige Sperre aufgrund einer Dopingkontrolle aus.

Das Jahrhunderttor

Die “Hand Gottes”

Nach seinem Tod erwiesen Fans in der italienischen Stadt Neapel dem Verstorbenen eine letzte Ehre. Ein Video, das auf der Webseite der Zeitung “La Repubblica” am Mittwochabend zu sehen war, zeigt Dutzende Menschen mit bengalischen Lichtern in der Nähe eines Wohnblocks, an dessen Fassade ein meterhohes Gemälde des ehemaligen Spielers des SSC Neapel prangt.

Auch im Spanischen Viertel kamen etliche Menschen zusammen. Vor dem Stadion San Paolo trafen sich Fans und legten Kerzen nieder, wie im Fernsehsender “TG24” zu sehen war.

Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris schlug via Twitter einen neuen Namen für das Stadion in der süditalienischen Stadt vor. “Lasst uns das San-Paolo-Stadion Diego Armando Maradona widmen”, schrieb er.

Papst betet für den “Goldjungen”

Sogar der Papst trauerte um seinen Landsmann. Papst Franziskus sei über den Tod Maradonas informiert worden und denke in Verbundenheit an die Zusammenkünfte aus diesen Jahren, hieß es aus dem Vatikan am späten Mittwochabend. Franziskus gedenke Maradona in seinen Gebeten, so wie er es in den vergangenen Tagen getan hatte, seit er von dessen schlechtem Gesundheitszustand erfahren hatte.

“Knoten in die Haxen”

Der Österreichische Fußballbund twitterte:

“Gott bekommt seine Hand viel zu früh zurück. RIP Diego Maradona.”

ÖFB-Rekordspieler Andreas Herzog sagte:

„Er war wahrscheinlich der beste Spieler seiner Zeit. Irgendwie hat es (die Nachricht, Anm.) mich aber gar nicht so überrascht nach den letzten Jahren. Als Fußballer war er natürlich eine Ausnahmeerscheinung. Als Gegenspieler war es wahrscheinlich nicht so lustig, er konnte dir Knoten in die Haxen spielen.”

Der Liverpool-Erfolgstrainer Jürgen Klopp adelte den Argentinier: “Wir alle hatten diese absoluten Helden, die den Fußball ganz einfach aussehen ließen”. Dazu hätten auch der brasilianische Fußball-Star Pelé sowie Franz Beckenbauer gezählt. Sie hätten das Spiel auf einer völlig anderen Ebene verstanden, und genau das habe Maradona auch getan, sagte der Deutsche. “Er hat den Fußball eindeutig auf ein anderes Level gebracht.”

Sowohl der aktuelle FIFA-Präsident als auch sein Vorgänger äußerten sich zum Tod.

Gianni Infantino (FIFA-Präsident): “Heute ist ein unglaublich trauriger Tag. Unser Diego hat uns verlassen. Unsere Herzen – von uns allen, die wir ihn dafür geliebt haben, wie er war und wofür er stand – haben für einen Moment aufgehört zu schlagen. (…) Diego verdient unsere ewige Dankbarkeit dafür, dass er uns mit seinem unglaublichen Talent erstaunt hat und ja, dass er so einzigartig war: Diego Armando Maradona, eine Legende, ein Held und … ein Mann.”

Sepp Blatter (früherer FIFA-Präsident): “Diego Maradona war ein herausragender Fußballer. Er hat mit seiner spielerischen Klasse und seinem technischen Genie eine ganze Epoche geprägt – das war auch meine Epoche als FIFA-Präsident. Deshalb verbinde ich viele persönliche Erinnerungen mit ihm. Leider stand er im Leben aber gelegentlich im Offside. Sein früher Tod macht mich tief betroffen.”

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

ZackZack braucht dazu eine starke Basis:

DICH

Auf dem Boulevard fahren alle rechts in dieselbe Richtung. Wir sind der erste Gegenverkehr.

Schließen