Homophober Orban-Politiker bei Männer-Orgie mit Drogen erwischt

Trotz Corona

Der ungarische EU-Politiker Jozsef Szajer hat sein Amt aufgegeben, nachdem er auf einer, wegen Corona verbotenen, Sexparty mit Drogen erwischt wurde. Auf der Orgie waren fast nur Männer – Szajer setzt sich in Ungarn gegen die Rechte von Homosexuellen ein.

 

Wien, 02. Dezember 2020 | In der rechtsnationalen, radikal-christlichen Orban-Partei sitzt offenbar die ‘Hose locker’: Nachdem der Bürgermeister von Győr, Zsolt Borkai, auf einer Luxusyacht mit Prostituierten auf Steuergeldkosten gefilmt worden war, feierte nun erneut ein FIDESZ-Politiker eine Orgie.

Am Freitagabend wurde der EU-Abgeordnete, Joszef Szajer, in Brüssel bei einer aufgrund des Lockdowns verbotenen Party erwischt. Nachdem die belgische Polizei laut Medienberichten die verbotene Orgie mit Drogen, Sex und Alkohol beendet hatte, stellte sich Szajer der Polizei als Europaabgeordneter vor. Laut Staatsanwaltschaft hatte die Polizei die Party in einer Wohnung im Zentrum der belgischen Hauptstadt aufgelöst und “rund 20 Personen wegen der Nichteinhaltung der Gesundheitsmaßnahmen verwarnt”. Unter den Gästen waren den Berichten zufolge auch mehrere Diplomaten.

Wollte über Dachrinne fliehen

Der Abgeordnete hätte versucht, über die Dachrinne zu fliehen, was ihm nicht gelang. Medienberichten zufolge handelte es sich um eine Sex-Party im ersten Stock über einer bekannten Bar der Brüsseler Schwulen-Szene. Besonders brisant ist dies, da Szajer sich für seine Orban-Partei in Ungarn vehement gegen Rechte für Homosexuelle einsetzt. So war er federführend für eine Umschreibung der Verfassung. “Ungarn soll die Institution Ehe als Einheit zwischen einem Mann und einer Frau schützen.” Für homosexuelle Pärchen wurde es dadurch unmöglich, zu heiraten.

NEOS-LGBTIQ-Sprecher Yannick Shetty äußerte sich über Twitter über den rechtsnationalen Ungarn-Partytiger.

Szajer verkündete bereits am Wochenende überraschend seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern. Am Dienstag gab er nun zu, dass er sich auf der Party befand.

“Nicht mein Ecstasy”

Szajer betonte in der Aussendung, dass er keine Drogen konsumiert hätte. Die Ecstasy-Tabletten, die man bei ihm fand, seien nicht seine gewesen. Nach einem mündlichen Verweis fuhr ihn die Polizei nach Hause, teilte er weiter mit. Er bedaure, dass er die Regeln des aufgrund der Coronavirus-Pandemie veranlassten Versammlungsverbotes verletzt hätte. “Das war meinerseits unverantwortlich, so dass ich alle damit einhergehenden Sanktionen akzeptiere.”

Szajer war seit 2004 für Ungarn im EU-Parlament und ist Gründungsmitglied der rechtsnationalen FIDESZ. Zudem gilt er als Vertrauter von Regierungschef Viktor Orban.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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