Fellner zerlegt ÖVP-Klubobmann Wöginger

„Das ist doch eine Schnapsidee“

Wenn Sie geglaubt haben, dass das Interview von Armin Wolf mit Bundeskanzler Sebastian Kurz der härteste Schlagabtausch diese Woche war, müssen wir Sie enttäuschen. Für das schärfste Interview diese Woche sorgte oe24-Chef Wolfgang Fellner mit ÖVP-Klubobmann Gust Wöginger.

 

Wien, 04. Dezember 2020 | „Des Kanzlers schärfste Waffe“: so begrüßte Wolfgang Fellner den ÖVP-Klubobmann Gust Wöginger am Donnerstag zur Interview-Reihe „Fellner Live“. Die ansonsten „scharfe Waffe“ der ÖVP agierte am Donnerstag aber wie ein stumpfes Buttermesser. Fellner wollte gleich einmal zu Beginn von Wöginger den Neuwahltermin wissen, denn „der kann ja nicht mehr so weit weg sein, so wie die Fetz´n in der Koalition fliegen“.

“Bundeskanzler in die Gosch´n gefahren”

Der oe24-Herausgeber spielte damit auf die Maßregelung von Grünen-Chef Werner Kogler in Richtung Bundeskanzler an, nachdem dieser behauptete, dass die Sommerinfektionen auf Personen mit Migrationshintergrund zurückzuführen seien. Wöginger negierte, dass Neuwahlen vor der Tür stehen würden, das Klima in der Koalition sei gut. Doch Fellner schoss nach: „Es geht ja auch um die Art, wie man miteinander umgeht und dass ein Vizekanzler seinem Bundeskanzler dermaßen über die Gosch´n gefahren ist, das hat´s ja in der Republik noch nie gegeben.“ Fellner wisse ja, „dass ihr Bundeskanzler auf 100 ist, der will ja nicht mehr mit denen weiterregieren“. Wöginger war bedacht darauf, Ruhe ins Gespräch zu bringen: „Das sollte man nicht überinterpretieren.“ Fellner darauf schlagfertig: „Na, ich glaub das kann man gar nicht unterinterpretieren.“

Fellner grätscht Wöginger in den Spin

Wöginger versuchte des Öfteren die Heile Welt in der Koalition darzustellen, doch Fellner grätschte stets dazwischen: „Das glauben aber nur Sie“.

Immer wieder bohrte Fellner bei Wöginger nach. In der Koalition würden „die Fetz´n fliegen“. Wöginger: „Na, das stimmt ja nicht.“ Fellner nahm Wöginger auch aufgrund der zahlreichen Fehler im grünen Gesundheitsministerium in die Pflicht, dort würde es ja zugehen „wie bei MA 2412“, für das müsste sich der Klubobmann des Regierungspartners „in Grund und Boden genieren“. Wöginger verteidigte, in der Koalition würde „das Beste aus beiden Welten“ abgebildet werden. Fellner: „Wo?“ Wöginger darauf: „Im Regierungsprogramm.“ Fellner: „Na gut von dem kriegen wir ja nichts mit momentan.“

“Das ist doch eine Schnapsidee”

Immer wieder sprach Fellner das Thema Neuwahlen im nächsten Jahr an. Der ÖVP-Klubobmann versuchte mit Händen und Füßen zu beruhigen, und lachte mögliche Neuwahlen zur Seite.

In Sachen Skitourismus griff Fellner die Türkisen richtig an. Diese würden den Skitourismus an die Wand fahren und den Deutschen gegenüber klein beigeben. Auch den Plan, dass ab 7. Jänner die Hotels wieder öffnen sollen, nahm Fellner auseinander. Wer von 7. Bis 31. Jänner auf Urlaub fahren soll, fragte er Wöginger. „Die Österreicher“, so der Klubobmann. Fellner: „Erklären Sie mir das, wenn gleichzeitig Schule ist. Das ist doch eine Schnapsidee!“

Zum Schluss wollte Fellner mit dem Oberösterreicher Wöginger, über eine etwaige Neuwahl im nächsten Jahr, um einen Wein wetten: „Aber bitte keine Oberösterreichischen“.

Das ganze Interview gibt es hier.

(bf)

Titelbild: screenshot/oe24

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