Krisenmodus: Die Angst des Redakteurs vor dem Handy

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt Benedikt Faast.

Wien, 19. Dezember 2020 | Unser Redaktionsteam ist jetzt nach über eineinhalb Jahren Bestehen wohl mehr als nur eingespielt. Untereinander weiß jeder, was der oder die andere kann, jeder hat seine Stärken, jeder hat seine Schwächen bei den jeweiligen Themen. Ich bin zum Beispiel der unfähigste Telefonpartner, den Sie sich vorstellen können. Ein Beispiel:

Vater: „Hallo Sohn.“

Ich: „Hallo Papa.“

V: „Wie geht’s?“

Ich: „Gut.“

V: „Was gibt’s Neues?

Ich: „Nix.“

V: „Danke für das Gespräch.“

Eine nicht gerade vorteilhafte Eigenschaft für einen Journalisten. Ich bin ein Freund des direkten Gespräches. Meine Schwäche wird jedoch durch die anderen kompensiert. Zum Beispiel Redakteurin Larissa, die die – für mich unverständliche – Gabe besitzt, mit Personen mehrere Stunden an der Leitung zu sitzen, wichtige Informationen herauszukitzeln, die dann in 27-seitigen Notizen zusammenzuschreiben und die dann auch noch stark zu kürzen.

Diese Woche musste ich dann doch zum Hörer greifen. Es war für eine gute Sache: Unser Aufruf für die in den Elendslagern in Griechenland vegetierenden Menschen. Die Horrorvorstellungen, die jemanden wie mich normalerweise am Telefon zu Eis erstarren lassen, haben sich nicht bewahrheitet. Keine brüllte mich an, keiner legte sofort auf. Alle Personen, mit denen ich telefoniert habe, waren äußerst freundlich und von der Aktion begeistert. Mit manchen habe ich es sogar geschafft, mehr als 12 Wörter zu wechseln. Vielleicht werden das Telefon und ich doch noch Freunde. Für einen Job im Call-Center würd’s von den Fähigkeiten her wohl trotzdem nicht reichen.

Titelbild: APA Picturedesk

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