Finanzelite bastelt an Impf-Reisepass

Kommt 2021

Schon im ersten Halbjahr 2021 soll der Impf-Reisepass zum Reisen dazugehören. Eine „NGO“ der Finanzelite hat die Reise-App schon fast fertig. Unterstützt wird sie vom Davoser Weltwirtschaftsforum. Auch die Lufthansa ist Partnerunternehmen.

 

Wien, 29. Dezember 2020 | Wenn die Menschen wieder mit weniger Einschränkungen reisen dürfen, dann sieht wohl auch der Reisepass anders aus. Mit Unterstützung des Weltwirtschaftsforums Davos (das 2021 nicht in Davos, sondern in Singapur, und nicht im Jänner, sondern im Mai stattfindet), bastelt das „Commons Project“ bereits seit Monaten an der neuen Reise-ID.

Reisepass wird App

„CNN“ veröffentlichte am Montag einen Artikel darüber, in welche Richtung die Reise wohl gehen dürfte. „Wenn Sie nächstes Jahr reisen wollen, könnten Sie einen Impf-Reisepass brauchen“, so der Titel. Dafür soll das sogenannte „Trust Network“ dienen. Partnerunternehmen sind unter anderem Lufthansa, SwissAir, United Airlines, „hunderte Gesundheitsdienstleister“ und – interessanterweise – die Regierung des kleinen Inselstaates Aruba. Auch Apple, Google, IBM und Linux hat das „Trust Network“ mit an Bord.

Man hat ambitionierte Pläne: Schon im ersten Jahr 2021 soll der digitale Pass eingesetzt werden. Die Lufthansa kündigte vor kurzem an, dass Langstreckenflüge bald nur noch mit Impfung oder negativem Testbescheid erlaubt sein werden. Identifiziert werden soll der jeweilige Pass per QR-Code. Für Menschen ohne Smartphone plane man eine „smarte Karte“.

Der neue Reisepass wird eine App sein, die Corona-Impfungen, Tests und Untersuchungen dokumentieren soll. Ein gemeinnütziges Projekt sei das Netzwerk, man stelle der Menschheit einen wichtigen Dienst bereit, so die eigene Darstellung. Immerhin könne „nicht jedes Mal geimpft werden, wenn Sie eine Grenze überschreiten“, zitiert „CNN“ Thomas Crampton, Digital-Chef von „Edelman“, einer US-amerikanischen Kommunikationsagentur mit fast einer Milliarde Umsatz jährlich, die ebenfalls Teil der Gruppe ist.

Finanzelite bastelt an neuem Reisepass

Nach eigenen Angaben bringe das Board „Technologie und Philanthropie aus der ganzen Welt“ zusammen. Im Führungsboard des „Common Project“ sitzt unter anderem Matt Anestis: Er ist „Global Head“ von „BlackRock“, einem der größten Vermögensverwalter der Welt (7,4 Billionen US-Dollar). Das Board ist voll mit Elite-Managern, von China bis in die USA. CEO ist Paul Meyer, ein früherer Redenschreiber von Bill Clinton.

In der aktuellen Weltwirtschaftskrise sieht man im Forum Davos „eine einmalige Chance“, die Welt umzugestalten. Nachhaltigkeit und Transparenz sind oft gebrauchte Schlagwörter. Währenddessen rutschen Hunderte Millionen Menschen aufgrund der Lockdownpolitik in die Armut.

Auch Kanzler Sebastian Kurz ist ein gern gesehener Gast in Davos. Im Jänner 2020 traf er unter anderem Google-Manager Jared Cohen. Dessen Firma kümmert sich um „Zensur, Extremismus und Geo-Politik im Netz.“

 

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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