Lehrer wollen wissen:

Wo stecken unsere Coronatests, Herr Minister?

Nach einer Reihe von Pannen und Verschiebungen sollten am Sonntag endlich die angekündigten Coronatests für Österreichs Schulen geliefert werden. Doch viele Lehrer und Direktoren warteten vergeblich.

 

Wien, 18. Jänner 2021 | Pleiten, Pech und Pannen bei der versprochenen Lieferung von Coronatests für die Schulen: Zuerst sollten Direktoren Personen nennen, die das Wochenende über in den Schulen auf die Lieferung warten sollten. Dann wurden Zeitfenster vergeben und schließlich verschoben – die Lieferung chinesischer Tests steckte in Moskau fest. Am Sonntag war das Chaos perfekt. Viele Schulen im Osten Österreichs wurden nicht beliefert.

Warten am Wochenende: Kommen die Tests, oder kommen sie nicht?

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland warteten am gestrigen Sonntag Lehrer und Direktoren vergeblich auf die angekündigte Lieferung von Coronatests. Weder das Bildungsministerium noch die beauftragte steirische Logistikfirma waren für die Lehrkräfte erreichbar. Information oder Erklärung gab es keine. Dass die ORF-Nachrichten Montagfrüh fälschlich berichteten, die Auslieferung wäre reibungslos gelaufen, sorgte für zusätzlichen Unmut. Viele Lehrer sind nun sauer und wollen wissen, wo die Tests stecken.

Noch Sonntagnacht wurden die Bildungsdirektionen der Länder informiert, dass die nicht gelieferten Tests nun an die Bildungsdirektionen selbst geschickt würden. Wie sie von dort in Schulen gelangen sollen, ist offen.

Skurrile Pannen

Wie viele Schulen nicht beliefert wurden, möchte das Bildungsministerium auf ZackZack-Anfrage nicht verraten. Auch das Logistikunternehmen will keine Zahlen nennen. Ein Rundruf bei Schulen in Wien und Niederösterreich zeigt aber, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.

Teilweise kam es zu skurrilen Pannen. So erhielt in einigen Fällen von zwei Schulen im selben Gebäude nur eine Schule die Lieferung. Während offenbar vor allem Volksschulen die Tests erhalten haben, gingen mittlere und höhere Schulen leer aus. Die Frage, ob bestimmte Schultypen stärker betroffen waren als andere, wollte das Unterrichtsministerium nicht beantworten. Jene Volksschulen, die beliefert wurden, erhielten wenigstens teilweise zu wenige Tests, um alle Kinder testen zu können.

Völlig unklar bleibt, wann weitere Tests geliefert werden. Auch darüber, wie und wann Schüler eigentlich getestet werden sollen – das Distance Learning wurde gerade verlängert – haben Österreichs Schulen keine Informationen.

Am Montag langte ein Entschuldigungsschreiben des Bildungsministeriums in den Schulen ein. Man verstehe die Wut der Lehrer und Direktoren – schuld am Chaos sei das beauftragte Logistikunternehmen. Anders in der Nacht zuvor kommuniziert, würden die Tests nun doch noch am Montag an die Schulen geliefert. Tatsächlich ist aus mehreren Schulen zu erfahren, dass Testkits mittlerweile geliefert wurden.

(tw)

Der Artikel wurde um 15:00 um die Informationen über das Entschuldigungsschreiben aus dem Ministerium ergänzt.

Titelbild: APA Picturedesk

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