Nawalny: Erst vergiftet, jetzt verhaftet

Am Wochenende kam es nicht nur in der Wiener Innenstadt zu Menschenmassen und Verhaftungen, auch an Moskauer Flughäfen zeigte sich ein ähnliches Bild. Das hatte jedoch nichts mit Corona, sondern mit der Ankunft des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny zu tun.

Wien, 18. Jänner 2021 | Beinahe fünf Monate nach einem versuchten Giftanschlag und einem daraus resultierenden Aufenthalt in Berlin kehrte der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny mit seiner Frau am Sonntagabend in seine Heimat zurück. Die Ankündigung seiner geplanten Rückreise gab er bereits am 13. Jänner bekannt. Am selben Tag wurde Nawalny in Russland auf die internationale Fahndungsliste gesetzt.

Kurz vor dem Abflug war Nawalny noch euphorisch und bezeichnete den Moment als „den schönsten der letzten fünf Monate”. Die Nawalnys verkündeten ihre Heimreise durch ein Video, in dem sie im Flugzeug sitzend um Wasser bitten. Sie würden sich daran erinnern, was beim letzten Mal geschehen war, als Nawalny im Flugzeug Wasser getrunken hatte.

Eine Reise mit Turbulenzen

Am Flughafen Wnukowo, im Südwesten Moskaus, wurden mehrere Stunden vor der geplanten Ankunft Nawalnys Sicherheitsvorkehrungen, getarnt als „Maßnahmen aufgrund vorherrschender epidemiologischer Situation“, getroffen. Der Flughafen konnte ohne einem gültigen Flugticket nicht betreten werden, der Bereich für internationale Flüge wurde mit einer Wand abgetrennt. Einsatzkräfte der Spezialeinheit OMON zeigten eine ungewöhnlich starke Präsenz. Aber auch Anhänger Nawalnys sowie Mitglieder seiner Partei waren stark vertreten. Davon wurden mehrere unbegründet verhaftet, unter anderem der Bruder Nawalnys und eine seiner engsten Verbündeten Lyubov Sobol.

Zehn Minuten vor der Ankunftszeit wechselte das Flugzeug schlagartig den Kurs und steuerte den nördlichen Flughafen Moskaus, Scheremtjewo, an. Die Begründung: „technische Probleme“ auf den Landebahnen in Wnukowo. Nawalny wurde schließlich bei der Passkontrolle in Scheremetjewo festgenommen.

„Gipfel der Rechtslosigkeit“

Russischen Medien zufolge ist Nawalny aktuell in der Polizeidirektion in Chimki. Das Recht auf einen Anwalt wird ihm verwehrt und keiner kann ihm die rechtlichen Grundlagen, auf denen seine Festnahme basiert, erklären. Die Polizeistation wurde zu einem „Gerichtssaal“ umgewandelt und sein Verfahren wird derzeit vor Ort abgehalten. Zugang wird nur ausgewählten Journalisten gewährt. „Ich habe schon viele Verhöhnungen der Justiz gesehen, aber der Opa im Bunker hat so viel Angst vor allem, dass er die Strafprozessordnung einfach zerrissen und in den Müll geworfen hat“, empört sich Nawalny aus dem „Gerichtssaal“ heraus. Vor der Polizeistation in Chimki haben sich bis zu 150 Menschen versammelt, sie fordern die Freilassung Nawalnys.

Internationale Empörung, Stille bei Kreml-nahen Medien

Während die Festnahme Nawalnys in der internationalen Berichterstattung Schlagzeilen machte, bleibt die Berichterstattung des regierungstreuen „Perwji Kanal“ zunächst aus. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International stufte unterdessen den Schritt der russischen Sicherheitsbehörden als unrechtmäßig ein und verurteilte das Verhalten. Frankreich, Deutschland und auch die USA appellieren an Russland, Nawalny freizulassen.

Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nimmt in einem Brief Stellung.

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

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