Corona-Halsband für Arbeiter

Kommt neuer Konzern-Vorstoß auch für Österreich?

Die Meinung der französischen Gewerkschaft zum Vorstoß des Hygienekonzerns Essity ist klar: Man würde die Belegschaft „disziplinieren“ wollen und „wie Hunde“ behandeln. Denn die Arbeiter sollen ein Halsband bekommen, das Alarm schlägt, sobald man zu einem Kollegen weniger als zwei Meter Abstand hält. ZackZack fragte nach, ob das Halsband auch in den österreichischen Standorten eingesetzt werden soll.

 

Wien, 21. Jänner 2021 | Die französische Gewerkschaft CFDT (Confédération française démocratique du travail) ist außer sich. Denn den Arbeitern des Großkonzerns Essity sollen Corona-Alarm-Halsbänder umgehängt werden. Kommen sich Mitarbeiter näher als zwei Meter, schlägt das Band in einer Lautstärke von 83 Dezibel. Zu tragen ist das Band entweder um den Hals oder um die Taille.

„Behandeln sie ihre Belegschaft wie Hunde?“

Die Vertreter von Essity meinten laut „Guardian“, das Halsband zuerst an 2.800 Arbeitern in Gien testen zu wollen. Danach plane man, das System auch an anderen europäischen Standorten einzusetzen. Man würde das Band auch nicht benutzen, um die Belegschaft zu tracken. Jedoch könne man damit das Corona-Contact-Tracing verbessern.

Die CFDT hat eine klare Haltung zum neuen Vorhaben: „Behandeln sie ihre Belegschaft wie Hunde?“ Das neue System sei „vergleich damit, Hunde vom Bellen abzuhalten“, und die Arbeiter würde man „disziplinieren und zur Ordnung rufen.“

„Überall zusätzliche Maßnahmen“

In den beiden österreichischen Essity-Standorten würde man nicht planen, das Halsband einzusetzen, behauptet eine Konzernsprecherin gegenüber ZackZack. Ohnehin gehe es „ausschließlich um die Sicherheit der Mitarbeiter“, versicherte die Pressesprecherin für den Standort Österreich, Michaela Wingefeld. Warum das jetzt nötig sei? Immerhin betont Wingefeld im Gespräch auch, dass man seit März umfassende Sicherheitsmaßnahmen in den Standorten von Essity umsetze. „Überall werden zusätzliche Maßnahmen eingeführt“, so die Antwort.

Die französische Gewerkschaft gibt den Bändern ohnehin keine Chance. „Das ist kompletter Blödsinn.“ Die Halsbänder würden „im Mistkübel“ landen, versichert die CFDT den Arbeitern.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk; Symbolbild

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