Wir werden für dumm verkauft!

Medizinstudenten bekommen versprochene Impfung nicht

Für einen Hungerlohn von 3,63€ in der Stunde behandeln sie täglich ungetestete Patienten, schieben Nachtschichten und sind dabei derselben hohen Infektionsgefahr wie das restliche Personal ausgesetzt. Trotzdem werden Medizinstudenten im “KPJ” noch nicht gegen Corona geimpft. Den angehenden Ärzten reicht es.

 

Wien, 21. Jänner 2021 | Es brodelt unter jenen Studenten, die sich momentan im sechsten Studienjahr, dem Klinisch-Praktischen-Jahr (KPJ), befinden. Für 3,63€ pro Stunde sind die Jungmediziner an der vordersten Corona-Front mit dabei. Von einem Recht auf Krankenstand oder Urlaubsanspruch können sie, trotz Gesundheitskrise und Ausnahmezustand in den Spitälern, aber nur träumen. Jetzt bringt die Corona-Impfung das Fass zum Überlaufen.

Denn während sich in manchen Gemeinden Österreichs bereits erste Bürgermeister den begehrten Impfstoff unter den Nagel gerissen haben, heißt es für sie: bitte warten.

“Wir werden für dumm verkauft”

Dabei hat man sich vor Weihnachten noch gefreut, dass sich die Universität – in diesem Fall die MedUni Wien – um die Gesundheit ihrer eigenen Studenten sorgt. Am 21. Dezember erhielten alle per Mail einen Link für eine verbindliche Anmeldung zur Corona-Impfung durch das Wiener AKH. Nach vielen COVID-Erkrankungen in den eigenen Reihen und dem immensen Infektionsrisiko ist die Impfbereitschaft unter den KPJ-Studenten dementsprechend hoch – meldeten sich doch in kürzester Zeit 850 Impfwillige dafür an.

Nach dieser Mail vor Weihnachten hatten die Studenten noch Hoffnung auf eine Besserung ihrer Lage.

Nach drei Wochen ohne Information über die Termine dann der Schock. In einer weiteren Mail der MedUni heißt es im groben Wortlaut: Die Studenten hätten die letzte Mail mit der Anmeldung falsch verstanden, es wäre „keine!“ verbindliche Anmeldung zu einer Impfung gewesen.

(Bild: Ausschnitt einer Mail seitens Vizerektorat und Curriculumdirektion)

„Jeder putzt sich die Schuhe ab und sagt, dass sich die MedUni darum kümmern muss. Anstatt dass diese ehrlich zu uns ist, und uns den genauen Sachverhalt erklärt, verkauft sie uns für dumm“,

schildert ein aufgebrachter KPJ-Student ZackZack.

Vergeblich warteten die Betroffenen auf eine Entschuldigung seitens Vizerektorat und Curriculumdirektion, niemand hätte einen Fehler gemacht. So sieht das zumindest die Universität.

Wer ist also zuständig?

Die Universität verfüge in keiner Hinsicht über die rechtliche Kapazität, Impfstoffe zu erhalten oder auszugeben, nur Krankenhäuser (und somit das AKH selbst) können dies tun. Die Zuteilung der Impfdosen würde im ganzen Bundesgebiet über die zuständigen Behörden erfolgen. Auf die aufgebrachten Reaktionen der Studenten und der ÖH hin, hätte es die Universität zumindest zusammengebracht, eine Mail an diverse Lehrkrankenhäuser zu senden, mit der Bitte, dass zumindest sie die Studenten als Mitarbeiter anerkennen und ihnen eine Impfung ermöglichen sollen.

Auf Nachfrage bestätigte zumindest das AKH die Berücksichtigung des Uni-Personals im Impfplan nach Erhalt des anscheinend doch existierenden „Anmelde-Formulars“.

(Screenshot: Facebook)

Nicht so in einem anderen größeren Spital in Wien. Die dortige ärztliche Leitung weigert sich, sie in den Impfplan aufzunehmen und verweist die dort arbeitenden KPJ-Studenten auf das AKH. Dort ist die Anmeldung derzeit aber gar nicht möglich, wie das Posting eines Betroffenen zeigt:

(Screenshot: Facebook)

Auch hier schildert eine betroffene Person das Chaos:

(Screenshot: Facebook)

„Wie immer kennt sich niemand aus“

Ein Problem, das für die betroffenen Studenten kein neues ist. Es würde sich wie immer niemand zuständig fühlen, so auch ein Betroffener, der anonym bleiben möchte:

„Ein einziges Chaos, es kennt sich wie immer keiner aus. Wir machen dieselbe Arbeit wie das restliche klinische Personal und rutschen trotzdem immer durch jedes System irgendwie durch.“

Die Studienvertretung Humanmedizin der ÖH setzt sich in dieser Angelegenheit für die Studenten ein. Sie hat die Mitteilungen aller Betroffenen gesammelt und an das Rektorat weitergeleitet. Dieses hätte sich umgehend mit dem Gesundheitsverbund (ehemals KAV) in Verbindung gesetzt. Aus Kreisen der Jungmediziner hört man aber, dass auch dieser sich nie wirklich der Studenten angenommen hat.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Stadt Wien nun eine eigene Impf-Aktion für die KPJ-Studenten plant. Diese soll in den nächsten Wochen stattfinden.

(mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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