Aus für Österreichs Impfplan

Astra Zeneca liefert nur ein Viertel der versprochenen Menge

Das schwedisch-britische Unternehmen Astra Zeneca liefert EU-weit nur rund ein Viertel der versprochenen Covid-Impfstoffdosen. Länder wie Österreich, die vor allem auf Astra Zeneca setzten, stehen nun mit leeren Händen da.

Wien, 22. Jänner 2021 | Medienberichten zufolge überbrachte Astra Zeneca am Donnerstag eine Horrornachricht: Das Unternehmen kann seine zugesagten Lieferungen an Covid-Impfstoffen nicht einhalten. Österreich wird statt der vereinbarten 2 Millionen Dosen nur etwa ein Viertel erhalten. Astra Zeneca hat eine Kürzung der Liefermengen für die EU am Freitagabend bestätigt.

Der Impfplan des Gesundheitsministeriums, das auf den kostengünstigen, aber weniger wirksamen Astraca Zeneca als wichtigsten Impfstoff setzt, dürfte damit Geschichte sein. Noch Donnerstagabend sagte Gesundheitsminister Rudi Anschober, Österreich sei beim Impfen “auf Kurs”. Er rechne mit einer EU-weiten Zulassung von Astra Zeneca am 29. Jänner.

Brand in indischer Fabrik

Selbst wenn die Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde wie erhofft kommen sollte, dürfte auf die Monate gerechnet nicht genug Impfstoff des schwedisch-britischen Joint-Ventures verfügbar sein, um wie geplant zu impfen. Unklar ist, ob der Lieferengpass etwas mit einem Großbrand in einer indischen Produktionsanlage zu tun hat. Diesen Zusammenhang stellte die “Bild” am Freitag her. Ein Sprecher von Astra Zeneca dementierte zunächst. Freitagabend gab das Unternehmen als Grund für die Lieferkürzungen jedoch geringere Erträge an einem Produktionsstandort “innerhalb unserer europäischen Lieferkette” an – was sich sehr wohl auf die indische Fabrik beziehen könnte. Laut der deutschen Tageszeitung stünde das Unternehmen auch wegen einer Anpassung seines Impfstoffs an neue Virusmutationen vor Schwierigkeiten.

Die österreichische Regierung wurde in einer Videokonferenz mit Astra Zeneca offenbar von den schlechten Nachrichten überrascht. Vonseiten des Gesundheitsministerium hieß es vorerst, dass die nun kolportierte Verringerungen der geplanten Lieferungsmengen für das erste Quartal durch AstraZeneca “völlig inakzeptabel” seien. Zugesagte Liefermengen müssten eingehalten werden.

Zulassung noch nicht durch

Der vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra Zeneca gemeinsam mit der Univerität Oxford entwickelte Impfstoff befindet sich aktuell noch im Zulassungsverfahren. Spätestens bis Monatsende will die unabhängige europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Entscheidung bekannt geben, hieß es zuletzt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und andere europäische Regierungschefs hatten zuletzt auf eine raschere Entscheidung gedrängt. Laut einer am 9. Jänner veröffentlichten Studie könnte die Schutzwirkung mit höchstens 70 Prozent deutlich geringer sein als bei den zwei schon zugelassenen Impfstoffen mit jeweils über 90 Prozent. Eine Stellungnahme des Gesundheitsministeriums steht noch aus.

(red/APA)

Der Bericht wir laufend aktualisiert.

Titelbild: APA Picturedesk

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