St. Pölten hat gewählt

SPÖ-Absolute – Kaum Zugewinne für Kurz-ÖVP

St. Pölten bleibt sozialdemokratisch. Mit leichten Verlusten sicherte die SPÖ ihre Absolute in der Landeshauptstadt ab, große Gewinner waren die Grünen und die NEOS. Die ÖVP konnte bei der ersten St. Pölten-Wahl seit der Kurz-Übernahme nur leicht dazugewinnen. Die Wahlbeteiligung war dramatisch niedrig.

 

Wien/ St. Pölten, 25. Jänner 2021 | Zum ersten Mal seit der türkisen Übernahme der ÖVP durch Sebastian Kurz hat St. Pölten gewählt. Jahrelang rauschte die Kurz-ÖVP von Wahlerfolg zu Wahlerfolg – doch das scheint erstmal vorbei. Zumindest setzte sich der Trend der Wien-Wahl auch in der niederösterreichischen Landeshauptstadt fort. Trotz der Umfärbung von Schwarz auf Türkis gab es nur ein kleines Plus für die Volkspartei. Mit leichten Verlusten holte sich die SPÖ erneut mit Leichtigkeit die Absolute.

Zugewinne für Grüne und NEOS

Die Bürgermeister-Partei erreichte laut dem vorläufigen Ergebnis 56,04 Prozent und 25 der 42 Mandate. Das größte Plus verbuchten die Grünen, die so stark wie nie zuvor in der Landeshauptstadt sind. Auch die NEOS verzeichneten Zugewinne und zogen erstmals ins Rathaus ein. Die FPÖ musste dagegen Verluste einstecken: Ihre Mandate wurden von sechs auf drei halbiert.

Bürgermeister Matthias Stadler zeigte sich trotz leichter Verluste hochzufrieden: Man habe die “größte absolute Mehrheit einer Landeshauptstadt” bestätigt und auch “deutlich abgesichert”.

„Solides Ergebnis“ für ÖVP

Die ÖVP sprach von einem „soliden Ergebnis“. Doch die Bäume wachsen für die Kurz-Partei offenbar nicht mehr in den Himmel. 2,5 Prozent mehr gab es. Zum Vergleich: 2016, bei der letzten Wahl in St. Pölten stand die ÖVP in den Umfragen bei rund 20 Prozent. Seither ist viel passiert, doch die Zugewinne in der Landeshauptstadt spiegelten die Zugewinne der Bundes-ÖVP nicht wieder.

Christina Engel-Unterberger (Grüne) strahlte am Wahlabend wohl am meisten. Sie sei “überwältigt”, die Grünen hätten mit ihren Themen viele Menschen “mitgenommen”. St. Pölten “nachhaltig gestalten”, nannte die Spitzenkandidatin als Ziel. “Der Einzug war das Ziel”, sagte NEOS-Listenerster Nikolaus Formanek. “Ich bin froh, dass wir uns verdoppeln konnten.”

Erschreckend niedrige Wahlbeteiligung

Erstmals seit 20 Jahren trat auch die KPÖ wieder in St. Pölten an. Man erreichte etwa 1,1 % und sehe das als „ermutigendes Lebenszeichen.“ Man werde an „Themen und Forderungen dranbleiben und kontinuierlich weiterarbeiten.“

Die Wahlbeteiligung mit 55,96 Prozent wirkt allerdings dramatisch. Als Erklärung muss die „Corona-Situation“ herhalten.

(apa/ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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