Rabensteiner:

Die Erlkönigin

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

Wien, 30. Jänner 2021 | Bundesministerin Margarete Schramböck bastelt an einer Export-Plattform. Sie will damit die Bremsspuren im Außenhandel beseitigen. Das klingt vielversprechend. Schließlich war schon ihr Erstversuch ein umwerfender Erfolg.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Es ist die Schramböck mit ihrem Kind.

Sie nennt es Kaufhaus Österreich,

das wird ihr bisher größter Streich.

Sie kannte das Netz, das musste sie ja

als Chefin der Telekom Austria.

Doch ganz ohne Daten, ojeh, ojeh,

da findet dich niemand im www.

Lieb Harald mein, darf ich es wagen

nach Datensätzen dich zu fragen?

Ihr habt doch in der Wirtschaftskammer

zigtausende, das wär ein Hammer.

Der Bezos, der Loser, der zitterte schon,

jetzt war’s vorbei mit der halben Portion.

Amazon, Facebook, Google und Co,

eins war gewiss, die geben w.o.

Auf unserer Plattform, da findet man alles,

kein Klumpert von auswärts, nur nationales.

Hemden und Socken, ein neues Shampoo,

Obst und Gemüse, ein Besen für’s Klo.

Ach Harald, ach Harald, jetzt lohnt sich dein Mut,

ich bin mir ganz sicher, das wird richtig gut.

Halt ein, liebe Gretl, so mach doch mal Pause.

Du siehst schon ganz blass aus, komm, iss deine Jause.

Oh Harald, oh Harald, mein Kopf wird mir schwer!

Bleib ruhig, liebe Gretel, der meine ist leer.

Wir haben erschaffen, was niemand gewagt,

mit Mühe und Plage und niemals verzagt.

Der Shop ging ans Netz, die Kunden, sie lachten,

er war nicht so gut wie die beiden wohl dachten.

Sie verbrannten Zigtausende, ganz ohne Not,

es fehlte die Ahnung, das Kaufhaus war tot.

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Titelbild: APA Picturedesk

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