Von der Leyen denkt über Sputnik-Zulassung nach

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich nach Angaben aus Parlamentskreisen offen für eine mögliche Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union gezeigt. Wenn die russischen ebenso wie die chinesischen Hersteller Transparenz zeigten und “alle Daten” zu ihren Vakzinen offenlegten, könnten sie möglicherweise Zulassungen erhalten, wurde von der Leyen am Dienstag von EU-Parlamentariern zitiert.

Wien, 03. Februar 2021 | Die Kommissionschefin hatte mit den Abgeordneten über die Corona-Lage gesprochen. Sie steht wegen Verzögerungen bei der Lieferung von Impfdosen an die EU-Staaten derzeit stark in der Kritik. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich offen für eine Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V. Jedes Vakzin sei in der EU “herzlich willkommen”, sofern die EU-Arzneimittelbehörde EMA dies empfehle, sagte sie in der ARD-Sendung “Farbe bekennen”.

Anschober sieht Bedarf “gut abgedeckt”

In Österreich hieß es am Dienstag aus dem Gesundheitsministerium, man werde den Einsatz anderer Impfstoffe im Rahmen der österreichischen Impfstrategie “natürlich genau prüfen”, sollte es zu weiteren Zulassungen in der EU kommen. Grundsätzlich sei der Bedarf an Impfdosen durch den gemeinsamen europäischen Beschaffungsprozess aber gut abgedeckt. Zuvor hatte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer Sputnik V als “eine Chance für Österreich”. Es wäre es an der Zeit, Kontakt zu Russland aufzunehmen, “so wie es Ungarn bereits erfolgreich getan hat”, betonte er.

Studie: 91,6 Prozent Wirksamkeit

Eine am Dienstag veröffentliche Studie hatte ergeben, dass Sputnik V zu mehr als 90 Prozent wirksam ist. Laut der von der britischen Fachzeitschrift “The Lancet” veröffentlichten Untersuchung schützte das Vakzin in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Nach Angaben der Autoren wurde der Impfstoff von den Studienteilnehmern zudem gut vertragen.

Russland hatte bereits im Dezember damit begonnen, Risikogruppen mit Sputnik V zu impfen, und im Jänner seine großangelegte Impfkampagne gestartet. Zugelassen worden war das vom Gamaleja-Forschungszentrum entwickelte und nach einem sowjetischen Satelliten benannte Vakzin in Russland schon im August – noch vor Abschluss der finalen Studien. Dieses Vorgehen war international auf scharfe Kritik und Vorbehalte gestoßen.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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3 Kommentare
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Anonymous
4. 02. 2021 18:02

Her mit dem Sputnik, ich nehm es.
Hauptsache das ‘beamt’ mich weg von hier.

Kehrichterin
3. 02. 2021 12:17

Wo wir wirklich stehen, kann man auch daran erkennen, dass die Chinesen innerhalb einer Woche Krankenhäuser bauen, ausstatten und in Betrieb nehmen können … wir schaffen es nicht mal innerhalb eines halben Jahres eine “einfache” Impstoffproduktion hinzustellen …

Anonymous
4. 02. 2021 18:00
Antworte auf  Kehrichterin

Wir schaffen es nicht einmal die Intensivstationen mit ausreichend Personal auszustatten.
Wir schicken dafür einfach alle ein Jahr in einen lockdown.

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