Krisenmodus

Freeze, Donkey Kong!

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt Thomas Walach.

Wien, 13. Februar 2021 | Journalismus ist nicht schwierig – nur schwierig auszuhalten. Dass Österreich die Korruptionsskandale nicht ausgehen, ist auch eine gute Sache, sichert es im Fall von ZackZack doch Arbeitsplätze. Aber manchmal fühlt es doch an wie ein Kampf gegen Windmühlen. Ein befreundeter Jurist fragte mich diese Woche zum Beispiel, ob ich wisse, bei wem es sich um Lobbyist und Strippenzieher B. handle. Ich musste passen. Ich weiß, dass ich es wissen sollte, denn er taucht prominent in Gesprächsprotokollen auf, die ich im Zusmamenhang mit Recherchen zur Novomativ vor einigen Monaten durchgeackert hatte. Aber es wollte mir partout nicht einfallen. Weitere “Neuigkeiten”, die ich diese Woche erfuhr: Gegen die Mitarbeiterin von ÖBAG-Chef Tom Schmid, Melanie L., wird ermittelt und ÖVP-Berater Daniel Kapp war an der Aktion beteiligt, mit der sich die Volkspartei eine Haarsträhne von HC Strache beschaffen wollte, um einen positiven Drogentest gegen ihn in der Hand zu haben – man weiß ja nie, wann man’s braucht.

Warum ist das schräg? Weil ich diese Dinge früher schon gewusst und über sie geschrieben hatte, sie mir aber diese Woche völlig neu erschienen. Mein Hirn ist so voll mit Korruptionsskandalen, dass neue mittlerweile alte aus dem Speicher verdängen. Wie kann irgendjemand, der sich nicht hauptberuflich damit beschäftigt, da den Überblick wahren? Na gar nicht. Die österreichische Politik ist so korrupt, dass es schon wieder nicht negativ auffällt. Puh.

Da kann man schon einmal unrund werden. Als Redakteurin Julia einen Artikel mit dem Arbeitstitel “DK baut Energieinsel” im Redaktionsplanungssystem anlegte, fragten sich alle Konsolenfans in der Redaktion, was Super Marios alter Feind Donkey Kong mit einer geheimnisvollen Energieinsel anstellen würde. Als in der Redaktionskonferenz herauskam, dass “DK” selbstverständlich Dänemark bedeutet, traute sich aber natürlich keiner außer mir, etwas zu sagen. Die Frustration über den Kampf mit allerhand Windmühlen sorgte später in der selben Redaktionskonferenz dafür, dass jemand ausgerechnet in Donkey Kong-Pose minutenlang einfror. Danke, Videocall!

Titelbild: APA Picturedesk

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