Ibiza-UA: Es waren Laptopfestplatten

SPÖ: “Wieso hat ÖVP die Polizei angelogen?”

Paukenschlag im U-Ausschuss! Nun liegen die Rechnungen der fünf geschredderten Festplatten vor. Zwei davon sind Laptopfestplatten, ist sich die SPÖ sicher und fragt den Kanzler: “Wieso hat Kurz seit Monaten die Unwahrheit gesagt?”

Wien, 18. Februar 2021 | Die SPÖ hat im Zusammenhang mit den fünf in der Schredder-Causa vernichteten Festplatten des Bundeskanzleramtes ein “Corpus Delicti” geortet. Bei zwei davon soll es sich um Laptopfestplatten gehandelt haben. Laut einer Rechnung des Unternehmens, das die Festplatten ausgebaut hat, soll es sich nämlich um fünf standardmäßig in Druckern verbaute 320 Gigabyte-Festplatten handeln. Unter den fünf geschredderten befanden sich dann jedoch zwei mit jeweils 500 Gigabyte Kapazität.

Die Rechnung der Firma Ricoh liege dem U-Ausschuss nun vor, da sie vom Bundeskanzleramt geliefert wurde, erklärte Krainer. Dieser sei zu entnehmen, dass 320-GB-Festplatten aus den Druckern ausgebaut und dem Kanzleramt übergeben worden seien. Arno M. habe jedoch zwei standardmäßig in Laptops verbaute, 500 GB fassende Festplatten schreddern lassen, wie aus einem Foto unmittelbar vor der Vernichtung hervorgeht.

“Wieso hat ÖVP die Polizei angelogen?”

“Jetzt stellt sich die Frage, wem gehören die zwei Laptop-Festplatten und was war da drauf”, fragte Krainer, der auch wissen will: “Wieso haben die ÖVP-Vertreter die Staatsanwaltschaft und die Polizei angelogen?” Offenbar sei die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) einer “heißen Spur” nachgegangen, denn die Ermittler wollten den Servicetechniker befragen. Dazu sei es aber nicht mehr gekommen, weil ihr die Oberstaatsanwaltschaft das per Weisung untersagt und das Verfahren der StA Wien übergeben hat, “wo das Verfahren begraben wurde”.

Gerstl ist kein IT-Experte

Ähnlich sah das auch NEOS-Fraktionsführerin Stephanie Krisper. Offenbar seien nach dem Ausbau zwei Festplatten ausgetauscht worden. Die Frage sei nun, was sich darauf befunden habe. Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli betonte hingegen, dass aus den Ermittlungsakten nicht hervorgehe, um welche Festplatten es sich gehandelt habe. Ihr ÖVP-Pedant, Wolfgang Gerstl, meinte auf entsprechende Fragen, dass er kein IT-Experte sei.

Der Kanzler-Mitarbeiter Arno M., der kurz nach Bekanntwerden des Ibiza-Videos unter falschem Namen und ohne zu bezahlen fünf Festplatten bei der Firma Reisswolf vernichten ließ, war bereits als Auskunftsperson im Untersuchungsausschuss geladen. “Ich war immer der Meinung, dass es sich um Druckerfestplatten handelt, und als solche wurden sie auch vernichtet”, sagte er damals. Die Datenträger hätte er aber nicht selbst entnommen, dies sei durch die zuständige Leasingfirma geschehen.

Der Hersteller hatte auf APA-Anfrage erklärt, dass der Einbau und die Verwendung von Laptop-Festplatten in Ricoh-Multifunktionsgeräten aus technischer Sicht möglich sei. Fragen zum Kunden Bundeskanzleramt wollte Ricoh jedoch nicht beantworten. Zwei der fünf vernichteten Festplatten sind standardmäßig in Laptops verbaut und nicht in Ricoh-Multifunktionsgeräten.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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14 Kommentare
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ich.du.WIR
19. 02. 2021 18:16

Naja vielleicht sollten sie die 2laptop mit Ersatzplatten suchen . Wär doch nett zu wissen wessen Platten es waren .
Wobei die sind sicher auch schon weg.

Bastelfan
19. 02. 2021 7:29

was werden die beichtväter dieser religiösen fundis dazu sagen?

samhain
19. 02. 2021 11:23
Antworte auf  Bastelfan

“Brav gmacht, Bub.”

joseph53
19. 02. 2021 2:13

Die Arroganz ist ein Hund!

Diese minder bemittelte Halbstarken-Truppe hat sich offensichtlich mit ähnlich
minderbemittelten Mitarbeitern umgeben, mit der festen Absicht, Österreich aufzumischen.

Der Schaden ist schon angerichtet – aber jetzt liegt es an uns allen, die wenigen fähigen
Köpfe in der Opposition zu unterstützen und von der Justiz die lückenlose Aufklärung
und die härtestmögliche Bestrafung der Täter zu verlangen.

Damit sowas nicht schon bald wieder passiert, muß unverzüglich vorgesorgt werden!

Bastelfan
19. 02. 2021 7:31
Antworte auf  joseph53

die halbstarken wurden früher beisser genannt.
mir persönlich gefällt ja nehammers krampfartig verkrümmte kralle, mit der er immer auf unsichtbare gegner hinstößt.

Hermann_Geyer
18. 02. 2021 20:11

Ich tu mir inzwischen schwer als erwiesen anzusehen, dass die fotografierten Festplatten wirklich alle geschreddert wurden.

Totaler Vertrauensverlust in ALLES, was türkis daherkommt…

Bastelfan
19. 02. 2021 7:32
Antworte auf  Hermann_Geyer

ich hab keinen verlust, da ich das vetrauen in diese schräge truppe nie gehabt habe.

Hermann_Geyer
19. 02. 2021 18:33
Antworte auf  Bastelfan

Naja, bei mir war es bisher ja eh nur das Vertrauen ins Foto

Helmut1971
18. 02. 2021 16:16

Wie sagte der Messias! Das ibiza -Video wird ja nicht auf einer Druckerfestplatte sein! Na Leute…alles klar!!??

Hotte
18. 02. 2021 18:29
Antworte auf  Helmut1971

Bleib ganz cool an Ostern ist für diese Regierungs Kasper Schicht im Schacht dann kommen die Anklagen!

KarinLindorfer
18. 02. 2021 16:10

Wieso wird da eigentlich kein Fachmann für solche Dinge hinzugezogen? Verstehe ich nicht…

Hermann_Geyer
18. 02. 2021 20:28
Antworte auf  KarinLindorfer

Am wenigsten verstehe ich, wie die auf das Schwärzen der Rechnung vergessen konnten

samhain
18. 02. 2021 17:43
Antworte auf  KarinLindorfer

Ja aber was der kostet! Und man stelle sich vor, was der alles sagen könnte! Ausserdem: Mit der Schramböck sitzt ja eine Wahre IT-Kapazunderin in der Regierung, die sollte sich doch auskennen, oder?

KarinLindorfer
18. 02. 2021 17:45
Antworte auf  samhain

Ah, die Schramböck hab ich vergessen. Ob sie das Kaufhaus Österreich schon repariert hat?

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