Rabensteiner

Kampfwagenkanone

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

 

Wien, 20. Februar 2021 | Anschober: „Was sagst zu dem Ergebnis? Des is a Wahnsinn. Unfassbar.“

Kogler: „Stimmt, des is wirklich super.“

Anschober: „Wie bitte?“

Kogler: „Kriechmayr vor Sander und Feuz. Um eine Hundertstel vor dem Piefke. Gold für Österreich.“

Anschober: „Wovon redest du?“

Kogler: „Von der Ski-WM in Cortina. Abfahrt der Herren. Sowas weiß man als Sportminister.“

Anschober: „Du und Sport. Des is a Widerspruch in sich. I man die Umfrage, in der wir von 14% auf 9% abg’stürtzt san.“

Kogler: „Bleib locker, des is a Momentaufnahme. Außerdem haben wir die FPÖ verhindert.“

Anschober: „Geh schleich dich, des kann schon niemand mehr hören. Wenn wir wirklich bis Herbst 2024 in der Koalition bleiben, daun fliagn wir net nur aus dem Parlament, sondern agieren im Untergrund. Daun samma selber im Hundertstelbereich.“

Kogler: „Des wird net passieren. Im Gegenteil. Wir wer‘n noch zualegen. Überproportional. I sog nur KWK.“

Anschober: „Kraft-Wärme-Kopplung?“

Kogler: „Falsch.“

Anschober: „Kaiser-Wilhelm-Kanal?“

Kogler: „Falsch.“

Anschober: „Kraftwagenkolonne?“

Kogler: „Falsch.“

Anschober: „Kampfwagenkanone?“

Kogler: „Falsch.“

Anschober: „Keiner wählt Kurz?“

Kogler: „Na. KWK bedeutet Kindeswohl-Kommission. Des is mir eing‘fallen. Damit holen wir alle Wähler z‘ruck und nehmen den Türkisen a no a paar Prozente weg. Und der SPÖ. Und den NEOS. Und der FP….“

Anschober: „Und worum soll sich die Kommission kümmern?“

Kogler: „Die kümmert sich darum, dass Kinderrechte ernst genommen werden. Insbesondere im Fall einer Abschiebung. Da wird ganz genau g’schaut, ob alles passt. Bindung und Sozialisation an und in Österreich, Dauer des Aufenthalts im Verhältnis zum Alter, physische und psychische Gesundheit, Traumafolgen, Zugang zum Gesundheitssystem, Überlebens-, Bildungs- und Entwicklungschancen im Herkunftsland – und so weiter und so fort.

Anschober: „Bei uns kriagt ma offenbar nur an Reisepass, wenn man a russische Opernsängerin ist und nach 15 Jahren immer no net Deutsch kann. Oba die Kinder werden natürlich abg‘schoben.“

Kogler: „Selbstverständlich. Und da ändert sich a nix. Außer sie kennan singen, kicken oder Skifahren. Und wir san aus dem Schneider. Oiso, was sagst? Um eine Hundertstel vor dem Piefke. Des vergönn i dem Söder.“

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Titelbild: APA Picturedesk

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