Nächster AstraZeneca-Schock?

Liefermengen erneut unsicher

Erst Ende Jänner sorgte der britisch-schwedische Pharmariese AstraZeneca für Entsetzen in der EU. Anstatt der bestellten 80 Millionen Impfdosen für das erste Quartal sollten nur rund die Hälfte geliefert werden. Nun lässt der Konzern offenbar durchblicken, dass es auch im zweiten Quartal zu Engpässen kommen könne.

Wien 24. Februar 2021 | AstraZeneca kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem der britisch-schwedische Pharmakonzern bereits am 23. Jänner Lieferschwierigkeiten für die EU bekanntgegeben hatte, könnte sich das Schauspiel genau einen Monat später wiederholen. Denn gestern wurde Medienberichten zufolge ein EU-Vertreter von AstraZeneca über erneute Produktions- und Lieferprobleme bezüglich EU-Staaten informiert.

Konkret drohe eine Halbierung der vereinbarten Liefermenge von 180 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal. Ob so viele Impfdosen von AstraZeneca in der EU gebraucht werden, ist jedoch noch gar nicht klar. In Deutschland bleiben Impfdosen von AstraZeneca vielerorts ungenutzt, weil viele Menschen lieber auf andere Impfstoffe warten wollen. In Medien war breit über die nicht ausreichende Wirksamkeit von AstraZeneca, besonders bei älteren Personen und betreffend Virusmutationen, berichtet worden.

Keine Probleme in Großbritannien

Dass der Briten-Impfstoff überall knapp ist, ist nicht der Fall. Denn im Vereinigten Königreich ist es bisher nicht zu Ausfällen trotz Lieferabkommen gekommen. Engpässe gibt es derzeit allem Anschein nach nur für die EU.

Unterdessen ist man auf der Insel darum bemüht, das schlechte Image von AstraZeneca zu bekämpfen. Einer neuen Studie aus Schottland zufolge, soll die Erstimpfung von AstraZeneca sogar effektiver als die von Pfizer/BioNTech sein – und das auch bei Personen über 65.

AstraZeneca will Lieferauftrag erfüllen

AstraZeneca will einem zweiten Flop bei den Liefermengen in die EU entgehen und kündigt entgegen der jüngsten Berichte an, den Lieferumfang diesmal einhalten zu wollen.

„AstraZeneca arbeitet daran, die Produktivität in seiner europäischen Lieferkette zu erhöhen und weiterhin seine globalen Kapazitäten zu nutzen, um die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu erreichen“,

sagte ein Konzernsprecher. Notfalls könnten Kontingente aus anderen Ländern abgezogen werden, um die EU zu beliefern, heißt es weiter.

In Österreich nimmt man die Sache jedenfalls gelassen. Das Gesundheitsministerium verlautbarte, dass sich bis Sommer trotzdem alle Willigen impfen lassen könnten.

(dp)

Titelbild: APA Picturedesk

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