Wenn ich den bloß früher gesehen hätte

Anti-Korruptionskodex auf Republiks-Homepage

Die Republik Österreich informiert Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes mittels Verhaltenskodex, wie man mit Korruption umgehen soll. In Fallbeispielen wird erklärt, wie man mit Spendenangeboten richtig umgeht – und diese ablehnt. Manchen wäre durch das aufmerksame Lesen wohl einiges erspart geblieben.

Wien, 25. Februar 2021 | „Berichte über nationale und internationale Korruptionsfälle in Politik, Justiz, Wirtschaft oder Verwaltung sind beinahe täglich in den Medien zu finden.“ So beginnt die seit 2008 bestehende E-Learning-Seite zum Verhaltenskodex für den österreichischen öffentlichen Dienst. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sollen dadurch ihr Bewusstsein für Spendenangebote, Geschenkannahme und Korruption stärken. „Er unterstützt öffentlich Bedienstete dabei, Fragen der Korruption und ihrer Prävention offen anzusprechen, damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch Führungskräfte auf diese Fragen die richtigen Antworten geben können.“

Korruption schadet Gemeinwohl

Definiert wird Korruption vom Verhaltenskodex als der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Dieses Verhalten „ist abzulehnen“. Es ist strafbar und schädige das Gemeinwohl sowie die Wirtschaft.

In einfach zu verstehenden Fallbeispielen wird Korruption erklärt, darunter Geschenkannahme. Man solle sich dabei auch nicht auf Geschenke geringen Werts verlassen. Dabei würde man unter Umständen, „dem gezielten Anfüttern (das heißt dem Erzeugen von Dankbarkeit und dem wachsenden Abhängigkeitsverhältnis von Bediensteten durch Aufmerksamkeiten oder Gefälligkeiten) Tür und Tor“ öffnen. Dabei solle man sich immer fragen: wieso erhalte ich diese Geschenke?

„Wer möchte mir das Geschenk oder den sonstigen Vorteil aus welchem Grund geben?“

„Entsteht durch mein Verhalten der Eindruck, dass ich für Geschenke oder sonstige Vorteile empfänglich bin?“

„Mache ich mich strafbar?“

Fallbeispiel

Ein Fallbeispiel zeigt Klarheit.

„Herr Taler ist ganz begeistert von der Hotelanlage, und ein paar Tage Entspannung würden ihm gerade jetzt sehr gut tun.“

Sehen Sie, wie Herr Taler richtig antwortet:

„Vielen Dank, aber ich muss leider ablehnen. Ich würde sonst gegen unseren Verhaltenskodex verstoßen. Die Annahme Ihres Angebots würde mich befangen machen.“

Falls Ihnen dieses Beispiel nicht genügt, haben wir auch ein fiktives Beispiel für Sie vorbereitet:

“Guten Morgen, hätte eine Bitte: bräuchte einen kurzen Termin bei ihrem Chef (erstens wegen Spende und zweitens bezüglich einen Problemes das wir in Italien haben! Glauben Sie geht sich das noch diese Woche aus?? Ig CEO eines großen Unternehmens”

Die richtige Antwort auf dieses rein fiktive Beispiel können Sie in unser User-Forum unterhalb des Artikels schreiben.

Den gesamten Verhaltenskodex, inklusive Quiz, finden Sie hier.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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