Video-Serie über ÖVP-kritische Ordensschwester

Vandalen rissen Plakat herunter

Das Echo war groß, als die Tertiarschwestern in Hall die Abschiebungen der Kinder mit einem Plakat kritisierten. Die Initiative “Courage – Mut zur Menschlichkeit” hat dazu eine kurze Video-Serie mit einer Schwester produziert. Vandalen rissen indes das ÖVP-kritische Plakat von der Wand.

 

Wien, 02. März 2021 | Die Abschiebungen der gut integrierten 12-jährigen Tina und ihrer Schwester sorgten für Aufregung. Die ÖVP hatte gegen den Willen des Koalitionspartners die Kinder – unter Polizeigewalt gegen Schülerdemonstranten – nach Georgien abschieben lassen. Anfang Februar ging dann eine Plakat-Aktion, die ebenjene Abschiebungen kritisierte, viral. Die Tertiarschwestern in Hall (Tirol) plakatierten den Spruch des Bundespräsidenten: „Ich kann und will nicht glauben, dass wir in einem Land leben, wo dies (Kinder abschieben) wirklich notwendig ist.“

Mit dem großen Medienecho hätten die Schwestern selbst nicht gerechnet, wie sie gegenüber ZackZack im Februar betonten. Am Dienstag veröffentlichte die Initiative „Courage – Mut zur Menschlichkeit“ eine Kurz-Video-Serie über jene Schwester, die das Plakat aufhing: Schwester Notburga. In der siebenteiligen Interviewreihe erzählt sie, wie es zur Aktion kam und wieso sie den Satz des Bundespräsidenten auswählte. Der ÖVP wird dabei nahegelegt, Bibelstellen genauer zu lesen.

Verständnis mit der Volkspartei, die sich auf „Recht muss Recht bleiben“ beruft, hat die Tertialschwester eher weniger. Notburga erwidert mittels Bibelzitaten „Gesetze sind für die Menschen da, nicht Menschen für Gesetze“. Diesen Grundsatz solle man laut Notburga sooft wie möglich anwenden. Auf das Beispiel der Abschiebungen angewendet, sagt die Schwester: „Dann muss ich mich der Tina gegenübersetzen, und sie fragen, welche Träume sie hat, welche Zukunftspläne und wenn ich dann noch immer der Meinung bin, ‘ich möchte das zerstören’, dann muss ich es tun, aber für mich ist es nicht verständlich“.

“MasterClass der Menschlichkeit”

„Es sollte eigentlich nur ein kurzes Video werden, aber die Worte von Schwester Notburga haben uns so beeindruckt, dass wir gar nicht anders konnten, als eine ganze Serie daraus zu machen. So ist letztlich eine kleine ,MasterClass der Menschlichkeit‘ daraus geworden“, so Katharina Stemberger, die Gründerin der Initiative in einer Aussendung. Sie setzt sich seit September vergangenen Jahres für die Rettung von Menschen aus den griechischen Lagern ein.

Am Wochenende rissen indes Vandalen das Plakat der Schwestern herunter, wie Notbruga auf Facebook berichtete. Die Schwestern werden das Plakat nicht mehr aufhängen und stattdessen nach Wien übergeben. Dort soll es entweder dem Haus der Geschichte oder der Nationalbibliothek zugutekommen.

(bf)

Titelbild: Tertiarschwestern Hall in Tirol/ Zur Verfügung gestellt

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