Dann wird die Mama eben Revolutionärin

ZackZack-Managerinnen im Interview

Frauen an die Macht! Hinter den Kulissen haben bei ZackZack zwei Frauen das Ruder übernommen: Geschäftsführerin Eva Winterer und Community-Managerin Steffi Steinmaurer sind Neuzugänge im Team. Sie halten das Werkl am Laufen. Chefredakteur Thomas Walach hat die beiden zum Hintergrundgespräch gebeten.

Wien, 12. März 2021 |

Thomas Walach: Liebe Eva, liebe Steffi, wie lange seid ihr schon bei ZackZack?

Eva Winterer: Zwei Monate und acht Tage.

TW: Das weißt du auf den Tag genau? Ist es so schlimm?

EW: Absolut nicht. Ich habe am 01.01. angefangen, da ist es leicht, es genau zu wissen. Ich habe aber das Gefühl, als wäre ich schon ewig da. Mein Eindruck ist, dass ich das Team schon so gut kenne, wie es sonst oft erst viel später der Fall ist.

Steffi Steinmaurer: Das kann ich unterstreichen. Ich bin jetzt seit sechs Monaten und einer Woche hier. Mir kommt es auch viel länger vor, weil immer irgendwas ist. Der Betrieb läuft auf Hochtouren und ständig passiert etwas Neues.

TW: Was passiert denn?

StSt: In meinem Fall war das Forum ein Riesenthema. Wir wussten, wir müssen das irgendwie hinbekommen. Lange Zeit hat das technisch nicht nach Wunsch funktioniert, aber auf einmal ging es dann. Jetzt haben wir das Forum seit 12. Jänner und haben schon über 11.000 Kommentare. Das ist ein ziemlich toller Erfolg. 11.000 Kommentare – ja, das ist gut.

TW: Du bist Community-Managerin und mit deinem Team für den Austausch mit den Lesern zuständig. Was ist die ZackZack-Community?

StSt: Das sind Leute, bei denen ich das Gefühl habe, sie hatten lange darauf gewartet, dass man bei uns endlich mitreden kann. Die Leute sind richtig heiß drauf, sich auszutauschen. Für uns ist es einfach toll, so direktes Feedback zu bekommen, egal, ob das nun Lob oder Kritik ist. Wobei ich mich schon sehr freue, dass wir viel mehr Lob bekommen.

Jetzt soll die Community in die Breite wachsen, vor allem der ZackZack-Club. Den brauchen wir, damit ZackZack weiter das tun kann, was es eben tut. Da werden wir noch viel mehr machen, den Leuten mehr Möglichkeiten bieten, miteinander und mit uns in Kontakt zu treten.

TW: Apropos ZackZack-Club: Wohin soll es wirtschaftlich gehen?

EW: Wir wollen uns noch in diesem Jahr auch ohne Spenden komplett alleine tragen. Wir sind aber natürlich Spenden gar nicht abgeneigt. Solche Beiträge helfen uns sehr. Aber das Ziel ist, über die Clubmitglieder eine solide Basis zu bekommen. Die hat sich enorm gesteigert. Dafür muss man Herrn Kurz sehr danken. (Die frontalen Angriffe des Kanzlers auf ZackZack führten zu einer Rekordzahl an neuen Clubmitgliedschaften, Anm.) Abgesichert wird unsere Erlösstruktur über Anzeigen. Wir arbeiten ständig daran, unser Portfolio so zu optimieren, dass es auch zu unserer Leserschaft passt.

TW: Ihr habt beide in euren Jobs viel Erfahrung, kommt von größeren Unternehmen. Was hat euch geritten, zu Zackzack zu kommen?

EW: Ich konnte mit den ethischen Einstellungen in meinem vorigen Umfeld nicht mehr weiter. Ich wollte nicht eine sein, die später sagen muss: Ich hab’s gewusst, aber ich habe nichts gemacht. Vielleicht hat die Krise dazu beigetragen, dass ich beschloss: Ich möchte etwas machen, das einen Sinn hat, etwas, zu dem ich 100 Prozent stehen kann.

Ich war als Jugendliche revolutionär eingestellt. Ich hatte mir ausgemalt, wie Che Guevara nach Bolivien zu gehen. Dann kam eine längere Phase der Angepasstheit. Als Alleinerzieherin kann man eben nicht alles machen, was einem so einfällt. Jetzt steht das Kind auf eigenen Beinen. Da habe ich mir gedacht: Na ja, dann wird die Mama jetzt Revolutionärin.

StSt: Bei mir fiel die Entscheidung zu einem kleinen Unternehmen zu gehen, ganz bewusst. Die Strukturen in einem großen Unternehmen sind oft recht behäbig, etwas Neues passiert da nicht so leicht. Wie cool ist es im Vergleich, etwas völlig Neues aufzubauen, eine Community von Null weg zu starten! So eine Chance hat man nicht jeden Tag.

Und wir trauen uns auch etwas. Oft fragen uns Leute aus der Branche: „Seid’s jetzt verrückt geworden?“ Welche andere Zeitung macht Videolivetalks mit ihren Abonnenten? Wir machen’s halt einfach.

TW: Wie läuft die Zusammenarbeit mit euren Teams?

EW: Ich weiß, ich habe sehr hohe Ansprüche. Das merken die Leute hier jeden Tag und bestimmt gehe ich ihnen damit oft auf die Nerven. Aber was hier geleistet wird, von einem kleinen Team, das an so vielen Fronten gleichzeitig kämpft, ist unglaublich. Was in anderen Unternehmen monatelange Prozesse braucht, wird hier in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Dadurch kommt aber auch sehr rasch der Erfolg.

TW: Ihr arbeitet größtenteils mit ganz jungen Leuten. Ist das gut oder schlecht?

StSt: Schlecht ist es nicht. Ich glaube aber, dass viel wichtiger als das Alter die Dynamik im Team ist, dass Leute zusammenarbeiten, die gut miteinander „funktionieren“. Man merkt, wieviel Herzblut in der Arbeit steckt. Alle wollen das machen und sie wollen es gut machen. Durch das direkte Feedback auf Social Media und im Forum ist die Arbeit auch sehr befriedigend. Man merkt, dass der ganze Einsatz unmittelbare Auswirkungen hat.

EW: Allen ist bewusst, wie wichtig ihr Beitrag dazu ist, dass dieses Medium ein langfristiger Erfolg wird. Die Redaktion macht das Tagesgeschäft, das Kreativteam sorgt dafür, dass es für diese Arbeit eine wirtschaftliche Basis gibt, dass die Redaktion weiter wachsen, noch mehr machen kann. Das macht unser Team aus: Die Überzeugung, gemeinsam an einem großen Ganzen zu arbeiten.

Titelbild: ZackZack

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