Solidaritäts-Busse

Stillgelegte Club-Kultur organisiert sich für Moria

Ein deutliches Zeichen für mehr Menschlichkeit: Die Club-Kultur ist jetzt schon ein Jahr lang im Stillstand und damit auch zahlreiche Tourbusse und Vans. Die Petition “#LeaveNoOneBehind” hat die Initiative “Tour d’Amour” über Nacht aus dem Boden gestampft. Busse, in denen normalerweise Rockstars, Bands und DJs durch das Land touren, sollen nun dringend benötigte Hilfsgüter nach Moria und Lipa bringen.

Berlin, 17. März 2021 | Seit dem Beginn der Corona-Pandemie wurde die Kulturbranche auf Eis gelegt. Viele Vans und Tourbusse stehen auf den Höfen und warten auf ihren Einsatz. Die Initiative “Tour d’Amour” (was hier übersetzt ‘Tour der Nächstenliebe’ bedeuten soll) will diese Busse wieder auf die Straße bringen und damit ein Zeichen der Solidarität setzen.

“Praktizierte Nächstenliebe”

Spätestens seit den Bränden in Moria und Lipa ist auch einer breiten Öffentlichkeit bewusst, unter welchen menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Bedingungen Notleidende an den EU-Außengrenzen ausharren müssen. “Tour d’Amour” will dem nicht mehr tatenlos zusehen und mit den Spendenbussen auf Tour gehen. Statt Rockstars und DJs werden die Plätze mit Sachspenden für die Flüchtlingslager besetzt.

“Spenden auf den Weg bringen”

Nach Angaben der Hilfsorganisation werden am Samstag den 27. März 2021 sieben Clubs in Deutschland über einen Tag verteilt Sachspenden entgegennehmen. Das soll in enger Abstimmung mit den Bedarfslisten der NGOs vor Ort passieren. Die Organisation “Tour d’Amour” fährt anschließend zu den jeweiligen Clubs, um die dringend benötigten Hilfsgüter, wie, unter anderem, Hygienartikel, neue Unterwäsche und Schlafsäcke einzuladen. Die gesammelten Sachspenden übergebt “Tour d’Amour” dann der Initiative “Grenzenlose Hilfe” – einem Zusammenschluss zahlreicher Organisationen des “#LeaveNoOneBehind- Netzwerks”, die sicherstellen, dass sie genau dort ankommen, wo sie auch am dringendsten gebraucht werden.

“Menschen müssen aus den Lagern evakuiert werden”

Die Organisation legt ihren Fokus jedoch nicht nur auf das Überbringen von Hilfsgütern. Sie fordert die deutsche Bundesregierung auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und es den über 200 deutschen Kommunen zu erlauben, Menschen aus den Lagern in Griechenland aufzunehmen:

“Zahlreiche Kommunen haben sich in Deutschland zu Sicheren Häfen erklärt. Sie haben Aufnahmekapazitäten und stehen bereit, dürfen aber nicht aufnehmen. Nicht einmal die volle Anzahl der Menschen, deren Aufnahme bereits im September seitens Deutschlands zugesichert worden ist, ist bisher evakuiert”,

drängt die Hilfsorganisation “Tour d’Amour”

Sie wollen die Tourbusse der Clubs zusätzlich für die Evakuierung der Flüchtlingslager zur Verfügung stellen.

“Sobald sich die EU wieder auf ihre Grundwerte besinnt, unterstützen wir natürlich auch gerne bei Reisen in andere aufnahmebereite Länder.”

Unterstützung von hundert Künstlerinnen und Künstlern

Schon in wenigen Tagen soll die Tour starten. Mit Geldspenden sollen unter anderen die Kosten für die dafür benötigten Güter, Spritkosten und regelmäßigen Corona-Tests finanziert werden. Über 100 Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Genres stehen der Organisation als “artists4humanrights” für die “Tour d’Amour” zur Seite. Zusammen wollen sie auf die entsetzliche Situation in den Lagern an den EU-Außengrenzen und auf dem Mittelmeer aufmerksam machen und für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten.

ZackZack hat im Dezember einen großen, überparteilichen Aufruf mit bekannten Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen organisiert (hier zu lesen). Auch wir werden weiterhin auf die verheerende humanitäre Situation an den EU-Außengrenzen aufmerksam machen und sowohl Bundesregierung als auch EU zum Handeln auffordern.

(jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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