Party trotz Pandemie

In diesen Ländern wird bereits wieder gefeiert

Während sich in Österreich viele schon über ein einfaches Bier im Gastgarten freuen würden, lassen es Menschen in anderen Ländern derweil ordentlich krachen. Egal ob am Strand in Miami, unter Palmen auf Sansibar oder mitten in der Stadt in Tel Aviv – die Liste der Party-Hotspots ist länger als man glaubt.

 

Wien, 19. März 2021 | Was in den meisten europäischen Ländern derzeit privat oder hinter verschlossenen Türen illegal stattfindet, ist in vielen Ländern wieder zum Alltag geworden. Alkohol, Tanzen, Umarmen, ohne Abstand und Maske – und das mit Menschen, die nicht unbedingt aus dem selben Haushalt kommen.

Miami

Einmal wieder so zu feiern, wie es die Teenies gerade am Strand in Miami beim alljährlichen “Spring break” machen, dafür würden junge Menschen in Ländern mit strengeren Maßnahmen schon einiges geben. Dabei sind die Corona-Zahlen in den USA aber alles andere als niedrig. Bisher wurden fast 30 Millionen Menschen mit Corona infiziert, täglich kommen im Moment über 50.000 dazu.

Zahlen hin oder her – Spring Break wird trotzdem gefeiert, und das bis die Polizei kommt. Und diese hatte die letzten Nächte alle Hände voll zu tun mit den zehntausenden Feierwütigen. Auf der Ausgehmeile Miami Beach Entertainment District arteten die Partys teilweise in Gewalt aus, sogar zu einer Schiesserei mit einem Todesopfer ist es gekommen. 150 Menschen wurden allein am Wochende verhaftet.

Tel Aviv

Auch beim Impfweltmeister Israel kehrt das Leben nach und nach zurück. In Tel Aviv teilte das große Ichilov-Krankenhaus am Montag mit, seine letzte Corona-Station geschlossen zu haben. Die Zahl der Schwerkranken war durch die Impfkampagne zuletzt stetig gesunken. Und das zeigt sich auch an den zahlreichen Videos, die wohl viele Partybegeisterte neidisch nach Israel blicken lassen.

Ein Besuch der Gastronomie ist für Geimpfte mit dem “grünen Pass” wieder möglich und wird vor allem von vielen jungen Menschen dankend angenommen. Es wird wieder umarmt, getrunken und sogar auf den Tischen getanzt.

Neuseeland

Fast schon angeberisch präsentiert sich Neuseeland. Der Inselstaat östlich von Australien ist, aufgrund seiner geografischen Lage und extrem strenger Maßnahmen und Kontaktverfolgungen, Vorreiter im Kampf gegen das Virus. Seit nun einem Jahr hat Neuseeland seine Grenzen für Reisende geschlossen, konnte die Zahlen so auf ein Minimum runterdrücken und denkt nun bereits über erste Grenzöffnungen für Nachbarländer wie Australien nach.

Schon länger herrscht auf der Insel mit 4,8 Millionen Einwohnern wieder weitgehend Normalität. Diese Woche sorgten Bilder des ausverkauften Indoor-Konzerts der Band Crowded House für Staunen im Netz. 5.000 Menschen feierten in der Hauptstadt Wellington das Comeback der Band, nach fünf Jahren Pause.

Für den nächsten Monat planen Crowded House sogar einen noch größeren Gig im “Auckland’s Eden Park”, wo sie hoffen, 53.000 Tickets dafür verkaufen zu können.

Sansibar

Lange galt die tansanische Urlaubsinsel im indischen Ozean als Geheimtipp, wenn es darum ging, dem Virus zu entfliehen. Mittlerweile hat sich aber schon weltweit herumgesprochen, dass das Virus auf Sansibar quasi nicht exisitiert. Denn bereits im Frühjahr 2020 hat der kürzlich verstorbene Präsident Tansanias, John Magufuli, sein Land und die dazugehörige Insel für Corona-frei erklärt. Er galt als Afrikas bekanntester Corona-Gegner.

Und dementsprechend geht es auch zu auf Sansibar. Die Insel gleicht einem Paradies für Leute, die der Realität entfliehen wollen. Die Touristen posten Selfies und Videos auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken. Der Tenor ist überall gleich: “Auf Sansibar gibt es kein Corona”. Die Einheimischen freut’s, der Tourismus gedeiht prächtig.

Am Freitag wurde aber bekannt, dass Sansibar, das stark muslimisch geprägt ist, nun strengere Kleidungsvorschriften für Touristen verhängt. So muss der Körper von nun an von Schulter bis Knie bedeckt sein. Die vielen Corona-Touristen dürften sich, angesichts der Lage in ihren Heimatländern, davon aber nicht abschrecken lassen.

(mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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