Mahrer feiert eigene Betriebskantine

Während Gastro geschlossen bleibt

Während viele Wirte um ihre Existenz bangen und mit dem Aufsperren wohl auf die Zeit nach Ostern vertröstet werden, ließen es sich WKO-Chef Harald Mahrer und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (beide ÖVP) nicht nehmen, die Betriebskantine der Wirtschaftskammer mit dem AMA-Gütesiegel auszuzeichnen.

Wien, 22. März 2021 | Betriebskantinen gehören zu den wenigen Gastronomiebetrieben, die auch während der Krise offen haben dürfen. So auch das Betriebsrestaurant der Wirtschaftskammer Österreich in Wien. Die von der SV geführte Kantine bekam letzten Freitag für die “beste Qualität der Lebensmittel” und die “stets frische Zubereitung der Speisen” nun feierlich von Mahrer und Köstinger das Gütesiegel “AMA Genuss Region” überreicht.

„Für uns ist es wichtig, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur ein schmackhaftes, sondern vor allem frisches und hochqualitatives Mittagessen bieten zu können. Die regionale Herkunft der Speisen von SV Österreich unterstützt Nachhaltigkeit und lokale Produzenten, das Gütesiegel macht das nun auch nach Außen deutlich.“

so Mahrer zur Auszeichnung der WKO-Kantine.

Wirte währenddessen auf nach Ostern vertröstet

Angesichts der prekären Situation vieler österreichischer Wirte, die am Montag wohl erneut mit ihrer Öffnung auf nach Ostern vertröstet werden, scheint der Zeitpunkt für das Feiern der eigenen Betriebskantine wohl eher unpassend gewählt. Lokalbetrieber, die seit Monaten auf finanzielle Unterstützung warten und tatenlos zusehen müssen, wie ihr Erspartes nach und nach verschwindet, würden sich durch solche Aussendungen verhöhnt fühlen, so ein verärgerter Wirt, der an ZackZack herangetreten ist.

Währenddessen glauben nicht einmal mehr Vertreter der Wirtschaftskammer selbst an eine Öffnung der Schanigärten am 27. März. Gastro-Spartenobmann Peter Dobcak entgegnete bereits gegenüber mehreren Medien, angesichts der steigenden Zahlen “pessimistisch” zu sein. Der von der Regierung versprochene Termin, am 27. März wenigstens die Schanigärten öffnen zu können, würde sich zudem sowieso nicht mehr ausgehen, da die meisten Lokale und Wirtshäuser eine 14-tägige Vorlaufzeit zum Hochfahren ihrer Betriebe benötigen würden.

Warten auf Vorarlberg

Zur Zeit gelte es auch abzuwarten, wie das Experiment Vorarlberg laufe. Dort dürfen Wirte bereits seit letztem Montag wieder unter strengen Auflagen aufsperren. Viele von ihnen haben aus Rentabilitätsgründen aber gar nicht erst aufgesperrt.

“Auch wenn wir nur die Schanigärten aufsperren, müssen wir das gesamte Unternehmen hochfahren, und wir kennen das Aprilwetter, dann sitzen wir im Regen im leeren Garten”, so der Wiener Gastronomie-Obmann. Sein Vorschlag daher: “Heben wir die Förderungen noch einmal etwas an und machen wir dann im Mai eine ordentliche Öffnung für draußen und drinnen.”

Für die vielen Wirte bedeutet das wohl, einen ganzen weiteren Monat auf Öffnungen zu warten, die sich für sie auch wirklich lohnen. Die Hoffnung, dass das im Mai tatsächlich auch so passiert, werden viele von ihnen bereits verloren haben.

(apa/mst)

Titelbild: WKO/Nadine Studeny

Lesen Sie auch

22 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Bewertungen
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: Politik

Scharfe NEOS-Kritik an Schmid-Ersatz Catasta

Scharfe Kritik kommt von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger an der ÖBAG-Schmid Ersatz-Chefin Christine Catasta. Diese hatte in den Raum gestellt, dass doch jeder derartige Chats, wie Schmid, am Handy hätte.

Maskenpflicht am Sitzplatz fällt in allen Schulen

Ab Dienstag fällt an allen Schulen die Maskenpflicht am Sitzplatz. Das gaben Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Samstag in einer Aussendung bekannt.
Link zu: MeinungLink zu: Leben

Scharfe NEOS-Kritik an Schmid-Ersatz Catasta

Scharfe Kritik kommt von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger an der ÖBAG-Schmid Ersatz-Chefin Christine Catasta. Diese hatte in den Raum gestellt, dass doch jeder derartige Chats, wie Schmid, am Handy hätte.

Presserat rügt »Krone« wegen WKStA-Kommentar

Der Presserat hat die "Kronen Zeitung" für den am 27. Februar erschienenen Kommentar "Kräftemessen" über die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gerügt. Dabei sei ein Recherchefehler passiert, womit gegen Punkt 2 des Ehrenkodex für die österreichische Presse (Genauigkeit) verstoßen wurde.

Dazu brauchen wir eure Unterstützung:

im ZackZack-Club.

Kurz attackiert ZackZack!

Wir bleiben dran: in Wien,

Ibiza und Mallorca.

Schließen