Austro-Oligarch Benko unter Druck

Signa-Imperium auf wackeligen Beinen?

Für Kurz-Freund und Austro-Oligarch Rene Benko läuft es nicht rund. Sein Signa-Imperium steht laut einem ausführlichen Bericht des US-Wirtschaftsmagazins “Bloomberg” auf sehr wackeligen Beinen.

Wien, 02. April 2021 | Eigentlich wird Rene Benkos Vermögen auf 4,3 Milliarden Euro geschätzt. Eigentlich. Denn das Kernstück seines Imperiums, die Signa-Gruppe, ist offenbar in unruhigen wirtschaftlichen Gewässern unterwegs. In einer ausführlichen Analyse stellte das US-Wirtschaftsmagazin „Bloomberg“ dem Konzern jedenfalls ein dramatisches Zeugnis aus.

Wertanpassungen

Nach der Analyse von hunderten Dokumenten und umfangreichen Recherchen habe man einen tiefen Einblick in die Struktur des Konzerns bekommen. Das Geschäft sei enorm davon abhängig, dass die Preise steigen würden.

„Selbst wenn es nur zu einer Stagnation des Wertes kommt, könnte das die Profite beeinflussen, während ein Abfall des Wertes die Finanzkennzahlen entscheidend gefährden könnte“, schließt das Magazin aus der umfangreichen Analyse.

Das positive Geschäftsergebnis und die Rekordgewinne der Signa seien vor allem auf den boomenden Immobilienmarkt zurückzuführen gewesen. Das reichte einerseits, um üppige Dividenden auszuschütten und andererseits, um neu investieren zu können. So trugen sie zum Profit der Signa bei.

Die Wertanpassungen machen den Hauptteil des Benko-Profits aus. Quelle: Bloomberg.

Im Ibiza-U-Ausschuss befragte Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli Rene Benko zum Kauf des Postsparkassengebäudes von der BAWAG im Jahr 2014. Später mietete sich die BIG ein und der Wert stieg im Vergleich zum Kaufpreis enorm. Sobotka wollte die Frage nicht zulassen, Tomaselli führte damals doch noch aus.

Mehr Wert für Benko…Nina Tomaselli auf der richtigen Spur?

Doch der Lockdown dürfte auch Benkos Geschäft in Bedrängnis bringen. Selbst Luxusimmobilen wie „erstklassige Hotels“ hätten an Wert verloren, sagt ein Immobilienanalyst zu „Bloomberg.“ Auch die Finanzmarktaufsicht dürfte vom Risiko wissen. So verweist das Magazin auf E-Mails zwischen Mitarbeitern der FMA, die Bedenken hinsichtlich der Investitionen der Raiffeisen Bank International AG in die Signa hatten. Bank und Behörde wollten „Bloomberg“ dazu keine Stellungnahme geben.

Unter Druck

„Selbst die gut positionierten Einzelhandelsimmobilien in hervorragenden zentralen Lagen haben schätzungsweise an Wert verloren“, sagte Jakub Caithaml, Immobilienanalyst bei der tschechischen Maklerfirma Wood & Co., der österreichische Immobilienverwalter abdeckt, Signa Prime jedoch nicht börsennotiert. “Es überrascht nicht, dass dies auch für erstklassige Hotels gilt.”

Benkos Gruppe soll bereits einen Verkauf von Wertbestand in der Höhe von 300 Millionen Euro versucht haben, scheiterte aber. Nun versucht man Anleihen zu begeben, doch auch hier soll man scheitern, heißt es. Seine deutsche Kaufhauskette Karstadt Kaufhof – einer der Hauptmieter der Signa – brauchte deutsches Steuergeld: Deutschland gab der Kette ein Darlehen von 460 Millionen Euro. Seine Immobilien wertet Benko laut „Bloomberg“ weiterhin auf.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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