Kanzler-Talfahrt

Umfrage: Nur 29 Prozent wollen Kurz

Eine Sache, die dem Kanzler ganz besonders am Herzen liegt, sind Umfragen. Die neueste Market-Umfrage dürfte allerdings ganz und gar nicht den Geschmack von Sebastian Kurz treffen. Er liegt in der Beliebtheit nun sogar deutlich hinter seiner Partei.

 

Wien, 06. April 2021 | Ein Jahr ist es nun her, seit die ÖVP mit Umfragerekorden in der Corona-Krise glänzte. Im April 2020 lag die türkise Volkspartei zeitweise bei 48 Prozent und kratzte an einer absoluten Mehrheit. Im Frühjahr 2021 ist diese allerdings nun meilenweit entfernt. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Kanzlerpartei laut neuester „Market“-Umfrage im Auftrag des „Standards“ 12 Prozentpunkte und liegt nur mehr bei 36 Prozent.

Der tiefe Fall des Kanzlers

Einen ganz besonders tiefen Sturz erlitt Bundeskanzler Sebastian Kurz. Hätten bei einer fiktiven Direktwahl 2020 noch 52 Prozent dem türkisen Kanzler ihre Stimme gegeben, sind es heute nur mehr 29 Prozent. Damit liegt Kurz sogar hinter seiner Partei in der Zustimmung. Der Vorsprung auf die zweiplatzierte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner schrumpfte beachtlich. Kurz liegt bei der Direktwahl nur mehr 12 Prozentpunkte vor Rendi-Wagner.

Viele türkise “Fetz´n”

Auch bei der Verteilung der Schulnoten zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, der Kanzler verliert an Popularität. Erhielt Kurz im April 2020 noch eine Durchschnittsnote von 1,87 von den Befragten, liegt er jetzt nur mehr bei 3,22. Ganz besonders auffallend: Mit 29 Prozent Fünfern, liegt er an drittschlechtester Stelle in dieser Kategorie. Nur Finanzminister Gernot Blümel (39 Prozent Fünfer) und Arbeitsminister Martin Kocher (32 Prozent Fünfer) erhielten mehr „Fetz´n“. Die beste Durchschnittsnote erhielt die grüne Justizministerin Alma Zadić mit 2,79. Im vergangenen Jahr musste allerdings jeder Minister eine Verschlechterung im Vergleich zum April 2020 einstecken.

Keine ÖVP-Grüne Mehrheit

Großer Gewinner der Market-Sonntagsumfrage ist die SPÖ. Mit 26 Prozent liegt man fünf Prozentpunkte über dem Wahlergebnis von 2019 und erhält sieben Prozentpunkte mehr als noch im April 2020.

Platz drei geht an die FPÖ, die mit 15 Prozent einen Prozentpunkt unter ihrem Nationalratswahlergebnis von 2019 liegt. Der Koalitionspartner der ÖVP, die Grünen, kommen auf 12 Prozent und liegen einen Platz hinter den Freiheitlichen, die NEOS kommen auf 10 Prozent. Gemeinsam mit der ÖVP kommt die aktuelle Regierung somit nur auf 48 Prozent – Bei Wahlen hätte die Koalition aktuell keine Mehrheit. Ebenfalls keine Mehrheit hätte momentan eine Dreierkonstellation aus SPÖ-Grüne-NEOS. Die drei Parteien würden derzeit auf 48 Prozent, und somit auf das gleiche Ergebnis wie Türkis-Grün kommen.

Politik für drei Prozent

Weiters wurden von Market Vergleiche zwischen Türkis-Grün und Türkis-Blau abgefragt. Die aktuelle Regierung steigt bei den Detailfragen nicht besonders positiv aus. 12 Prozent der Befragten gaben an die türkis-grüne Regierung streite kaum. Bei Türkis-Blau stimmten noch 42 Prozent dieser Aussage zu. Nur 23 Prozent attestieren Sebastian Kurz und Werner Kogler eine „Gute Zusammenarbeit“, Strache-Kurz wurden noch 41 Prozent damals zugestanden. Eine richtige Klatsche setzte es für ÖVP-Grüne bei der Frage, ob „die Regierung eine Politik macht, die mir persönlich Vorteile bringe“. Magere drei Prozent stimmten dieser Aussage zu.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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