Cyberangriff:

Israel zerstört iranische Atomanlage

Ein israelischer Cyberangriff hat große Teile der iranischen Atomanlage Natanz zerstört. Irans Programm zur Urananreicherung sei dadurch um mindestens neun Monate zurückgeworfen worden, heißt es.

Teheran/Jerusalem, 12. April 2021 | Ein Cyberangriff hat die iranische Urananreicherungsanlage Natanz schwer beschädigt, berichtet die die New York Times. Der Angriff habe eine heftige Explosion ausgelöst, als deren Folge das gesamte Stromnetz einer Untergrundanlage, wo die Zentrifugen für die Urananreicherung hergestellt werden, zerstört worden sei. Es werde mindestens neun Monate dauern, die Schäden zu beheben.

Irans Position bei den Atomgesprächen in Wien ist damit erheblich geschwächt. Der Grund: Der Iran soll neue Zentrifugen zur Urananreicherung als Druckmittel eingesetzt haben. Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif hat den Cyberangriff auf die Atomanlage Natanz als Terrorakt bezeichnet und Israel dafür verantwortlich gemacht. US-Geheimdienstmitarbeiter bestätigten laut New York Times, dass der Angriff von Israel ausgegangen sei.

“Nuklearer Terrorakt”

Israel hat sich bisher nicht zu den Vokommnissen geäußert. Das Land betrachtet das iranische Atomprogramm als eine ernsthafte Gefahr, denn der Iran verfügt über Raketen mit einer Reichweite bis zu 2.000 Kilometern, die jeden Ort Israels treffen könnten. Würden die Raketen mit Atomsprengköpfen ausgerüstet, wäre Israels Existenz ernsthaft bedroht. Teheran betont, keine Atomsprengköpfe zu besitzen und die Raketen nur im Falle eines Vergeltungsschlags einzusetzen.

Nach dem Cyberangriff auf die Atomanlage Natanz am Sonntag gab es, wie schon bei einem ähnlichen Angriff am gleichen Ort im letzten Sommer, zunächst unterschiedliche Angaben. Die iranische Atomorganisation AEOI sprach zunächst von einem harmlosen Stromausfall in einer der Werkstätten außerhalb der Anlage. Dann aber bezeichnete AEOI-Chef Ali Akbar Salehi den Vorfall als einen “nuklearen Terrorakt”, gab aber keine Details an. Laut iranischen Angaben wurde bei dem Angriff niemand verletzt.

(dpa/APA/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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