Eiernockerl als Wiederbetätigung: Schuldspruch gegen Polizisten

Am Geburtstag Adolf Hitlers dessen Lieblingsspeise zu essen, gilt als Nazi-Code. Einem burgenländischen Polizisten brachte ein Eiernockerl-Posting einen Schuldspruch wegen Wiederbetätigung ein.

Eisenstadt, 12. April 2021 | Ein burgenländischer Polizist ist am Montag am Landesgericht Eisenstadt zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt worden, weil er im Vorjahr an Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April ein Foto von dessen angeblicher Lieblingsspeise – Eiernockerln mit grünem Salat – gepostet haben soll. Der Mann, der nach dem Posting seine FPÖ-Mitgliedschaft verlor und vorläufig suspendiert wurde, muss außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 6.300 Euro zahlen.

Der Polizist musste sich für ein Verbrechen gegen das Verbotsgesetz verantworten. Das Geschworenengericht sprach ihn mit fünf zu drei Stimmen schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft gaben keine Erklärung ab.

“Zufall”

Die Veröffentlichung des Fotos auf Facebook am 20. April 2020 hatte für Aufregung gesorgt. Laut Anklage kommentierte der Polizist das Bild mit “Mittagessen heute! Eiernockerl mit grünem Salat!”. Vor Gericht gab der Mann zwar an, das Foto gepostet zu haben, den Hintergrund stellte er aber in Abrede. Er habe zufällig an dem Tag sein Mittagessen fotografiert und online gestellt, mit einem Verbrechen gegen das Verbotsgesetz habe das nichts zu tun.

Das Posting des Polizisten war auch von einem anderen FPÖ-Mitglied kommentiert worden. Landesparteichef Alexander Petschnig ließ damals wissen, dass beide ihre Austrittserklärungen an die Landespartei übermittelt haben.

Der Polizist wurde außerdem vorläufig vom Dienst suspendiert, versah diesen aber in der Zwischenzeit wieder. Nun ist die Disziplinarkommission am Zug.

(APA/red)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

33 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Bewertungen
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: Politik
Link zu: MeinungLink zu: Leben

»Gaffen tötet« – Rettungssanitäter wollen Schaulustige abschrecken

Immer wieder behindern Schaulustige die Arbeit von Rettungskräften. Die Johanniter wollen Fotos von Unfällen künftig verhindern – mit einem speziellen QR-Code auf ihren Fahrzeugen. In Berlin soll das Projekt getestet werden. ZackZack hat mit dem Landesvorstand gesprochen.

Dazu brauchen wir eure Unterstützung:

im ZackZack-Club.

Kurz attackiert ZackZack!

Wir bleiben dran: in Wien,

Ibiza und Mallorca.

Schließen