Millionen Inder baden im Ganges

Bei 162.000 Neuinfektionen täglich

Obwohl das Land mit einem weltweiten Höchstwert an Corona-Neuinfektionen kämpft, pilgern derzeit Millionen gläubige Hindus in Indien zum Fluss Ganges, um das Kumbh Mela-Fest zu feiern.

Neu-Delhi, 13. April 2021 | Es ist eines der heiligsten Feste des Hinduismus – das “Fest des Kruges”. Die Gläubigen versammeln sich in der Stadt Haridwar, etwa 250 Kilometer nord-östlich von Neu-Delhi, der Hauptstadt Indiens.

Die Hindus feiern, beten und baden im heiligen Fluss Ganges. Ihrem Glauben nach, befreien sie sich beim Eintauchen in den Fluss von ihren Sünden. Das Ritual findet in der nordindischen Stadt nur alle zwölf Jahre statt. Offiziellen Schätzungen zufolge kamen allein am Montag 3,5 Millionen Menschen, dicht an dicht gedrängt, ohne Maske.

102 Menschen vor Ort positiv getestet

Gesundheitsexperten schlugen schon vor dem Fest Alarm und forderten eine Absage von Kumbh Mela. Aber die Regierung kam dem nicht nach, erlaubte stattdessen nur negativ Getesteten Zutritt zum Fest. Die Gläubigen würden sich bestimmt an alle aufgestellten Regeln halten, hieß es.

Die Realität sieht aber anders aus. Bei Zufallstests, die Behörden an einem Bruchteil aller angereisten Pilger vornahmen, wurden laut “Indian Express” bis Montagnachmittag 102 Menschen positiv getestet. Experten vermuten, dass das religiöse Fest der Hindus nun zu einer Katastrophe weltlichen Ausmaßes führen könnte.

(Bilder: AFP)

Die Polizei zeigte sich machtlos. “Die Umsetzung der Covid-19-Richtlinien ist praktisch nicht möglich”, sagte Polizeisprecher Sanjay Gunjyal. Würde man versuchen, Regelbrecher zu bestrafen, könne es leicht zu einer unkontrollierbaren Eskalation führen – bis hin zur Massenpanik. Die Menschenmengen seien einfach zu groß.

Höchste Infektionszahlen nach den USA

Indien weist nach den USA die höchste Infektionszahl weltweit auf. Am Montag meldeten die Behörden mehr als 168.000 Neuinfektionen, Dienstag waren es rund 162.000. Die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher sein. Laut Experten ist die Explosion der Infektionszahlen insbesondere auf gedrängte Menschenmengen in den vergangenen Wochen zurückzuführen – wie zum Beispiel im Vorfeld der Regionalwahlen, die jüngst stattfanden.

(mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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