Krisenmodus

Eine verzweigte Recherche

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt diesmal Benedikt Faast.

Wien, 17. April 2021 | Diese Woche geschah etwas Seltenes. Unser Chefredakteur Thomas Walach stand bei einer Recherche an. Dabei fing es gut an, wir hatten ein Bild des Verdächtigen, das ihn seelenruhig bei der Tat zeigt. Doch die Recherche ist sehr verzweigt. Um an die Wurzel des Problems zu kommen, wurden Thomas zahlreiche Steine in den Weg gelegt, die Wahrheit liegt tief unter der Erde vergraben. Anfragen wurden vom Verdächtigen schlichtweg ignoriert. Auskunft wollte der sowieso schon nicht sehr gesprächige Verdächtige nicht geben. Auch die Informanten haben sich bis jetzt als nicht sehr hilfreich herausgestellt. Der Redaktion standen die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, wie konnte so etwas direkt vor unseren Augen, so lange unbemerkt geschehen? Die brennende Frage der Recherche bleibt also noch bestehen:

Wieso lebt unsere Topfpflanze im ZackZack-Studio noch?

Ich weiß, das war jetzt ein bisschen antiklimaktisch. Allerdings ist es ein Rätsel, das wir uns in der Redaktion nicht erklären können. Da meine botanischen Kenntnisse so gut wie nicht vorhanden sind, und ich gerade einmal einen Nadelbaum von einem Laubbaum unterscheiden kann, nennen wir unsere Topfpflanze der Einfachheit halber Hugo. Hugo lebt in den Schatten der Redaktion. Das Tonstudio, in dem Hugo sein düsteres Dasein fristet, wird nur erhellt, wenn ZackZack Besuch von Nachtclub – oder Club-Talk-Gästen erhält. Und selbst da muss sich Hugo mit dem Scheinwerferlicht, das an das Ernst-Happel-Stadion-Flutlicht erinnert, zufriedengeben. Ob Hugo jemals gegossen wurde, ist ebenfalls eine schier unbeantwortbare Frage für uns. Keiner hat es zumindest offen zugegeben bis jetzt. Vielleicht verstehen mich die KollegeInnen auch immer falsch, wenn ich sage: “Das Gießen ist fürn Hugo”. Die realistischen Überlebenschancen Hugos dürften sich im einstelligen Prozentbereich befinden. Aber Hugo ist das wurscht. Er steht weiterhin selbstzufrieden in seiner Ecke und lästert vermutlich über uns.

Als der Chefredakteur ein Bild und die Lebensgeschichte des armen Hugo auf Twitter teilte, war das Mitleid der Social Media-Nutzer groß. Zahlreiche Nutzer boten an, ihn gießen zu kommen. Auch Entführungsgedanken, um Hugo ein besseres Leben zu geben, wurden in den Raum gestellt.

Dabei ging es Hugo diese Woche sogar ausgesprochen gut. Am Montag war Bierpartei-Chef Marco Pogo in der Redaktion für den Nachtclub. Das heißt, massig Scheinwerferlicht für den kleinen Hugo. Ich hoffe nur, er hat ihn nicht mit Turbobier gegossen. Aber vielleicht ist das ja das Geheimnis für seine Unzerstörbarkeit. Vielleicht ist er auch einfach aus Plastik.

Titelbild: APA Picturedesk

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