Werberat rügt Möbelhäuser

„Lockdown droht“, so die ethisch fragwürdige Werbebotschaft zweier Möbelhäuser. Nach einer Beschwerdewelle mahnt der Werberat Kika/Leiner und XXXLutz zu sensibler Werbegestaltung.

Wien, 19. April 2021 | Gegen die zwei großen Möbelhäuser in Österreich, Kika/Leiner und XXXLutz, hat es eine große Beschwerdewelle gegeben. Die beiden Handelsfirmen hatten Anfang April Flugblätter verteilt und Zeitungsinserate geschaltet, in denen unter anderem mit den Worten: „Lockdown droht, jetzt Möbel sichern!“ geworben wurde. Der Werberat forderte die Möbelhäuser daraufhin auf, “in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen sensibler vorzugehen”.

Die Kritik der Beschwerden, die an den Werberat gingen, lautet: die Werbung schüre Angst. „Ich persönlich fühle mich ganz erheblich angewidert, wenn ‘droht’ als Umsatztreiber verwendet wird. Die Verantwortlichen sollten sich XXXL schämen!“, hieß es da zum Beispiel.

Möbelhäuser verwendeten gleichen Slogan

„Das war jetzt eine Beschwerdewelle, die wir nicht oft haben”, sagte die Geschäftsführerin des Werberats, Andreas Stoidl, am Montag im Ö1-Mittagsjournal. Auffällig war, dass die beiden Konkurrenten dieselbe Formulierung, nämlich “Lockdown droht”, verwendeten. XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger verneint Absprachen. „Ich glaub, da hat der eine dem anderen einfach die Idee, und wenn es vielleicht sogar eine schlechte war, nachgemacht”, sagte Saliger schuldbewusst im ORF-Radio. XXXLutz soll in der Pandemie wegen Rabattaktionen schon einmal vom Werberat ermahnt worden sein.

Der “Standard” hatte bereits am Freitag über die vor einer Woche veröffentlichte Entscheidung des Werberats berichtet. Die Begründung lautet, dass der Slogan darauf abziele, “möglichst viele Menschen in die Möbelhäuser zu locken” und dies in Pandemiezeiten wenig verantwortungsbewusst sei.

(nb/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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