ÖVP-Pöttinger: Mehr Intensivbetten bedeutet mehr Corona-Tote

“Missverständnis”

Da staunten die Abgeordneten nicht schlecht: Ihr oberösterreichischer Kollege Laurenz Pöttinger sagte im Parlament, dass mehr Intensivbetten zu mehr Coronatoten führten. Ein Missverständnis, sagt Pöttinger.

Wien, 22. April 2021 | Bei seiner Rede im Nationalrat sagte ÖVP-Abgeordneter Laurenz Pöttinger etwas Unglaubliches: In Richtung der FPÖ lehnte Pöttinger eine Aufstockung der Intensivbettkapazitäten für Coronakranke ab, denn: “Sie wissen genau, dass etwa ein Drittel der Patienten, die auf der Intensiv liegen, diese Krankheit nicht überleben. Das heißt, ihre Aufstockung wäre dann in Wirklichkeit eine wesentliche Erhöhung der Toten in diesem Land.”

Glaubt Pöttinger tatsächlich, dass mehr Menschen sterben würden, wenn es mehr Intensivbetten gäbe, oder handelt es sich um ein Missverständnis? Aus dem ÖVP-Parlamentsklub gab es auf ZackZack-Nachfrage dazu keine Stellungnahme.

Pöttinger meldete sich jedoch später nochmals zu Wort und sagte, es würde “einiges verkürzt dargestellt.” Ihm sei es darum gegangen, klarzumachen, dass die Aufstockung von Intensivbetten keine Prävention ersetzen könne. Ihm sei klar, dass nicht Intensivbetten am Tod der Menschen Schuld seien.

Die Rede Pöttingers hatte harmlos genug begonnen: Eigentlich ging es um die Aufstockung des Covid 10-Überbrückungsfonds für KünstlerInnen. Pöttinger, gelernter Schmied, Galerist und ehemaliger Kulturstadtrat im oberösterreichischen Grieskirchen war der letzte Redner dieser Debatte. Seine Bemerkung über die Intensivbetten fiel am Schluss seiner Rede über Kulturschaffende als Addendum. Pöttinger beendete seine Ausführungen mit der an einen FPÖ-Vorredner gerichtete Einschätzung: “Sie haben einen ganz, ganz schrägen Humor!”

(red)

Update: Pöttingers Klarstellung wurde nach seiner neuerlichen Wortmeldung ergänzt.

Titelbild: Screenshot Parlament

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