Rabensteiner: Warme Luft

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner

 

Fritz Rabensteiner

1. Mai 2021 |

Ludwig: „Servas Dosko, der Michael spricht.“

Doskozil: „Mir bleibt echt nix dasport. Is dir fad, oda warum ruafst um die Uhrzeit an?“

Ludwig: „Du muasst a bissl lauter reden, i versteh di net.“

Doskozil: „Trottel.“

Ludwig: „No a wengerl mehr.“

Doskozil: „Voitrottel.“

Ludwig: „Jetzt geht’s. Derf i di wos frogen?“

Doskozil: „Von mir aus, oba tua weida. I sitz am Klo.”

Ludwig: „Du host am Häusl dei Handy mit?”

Doskozil: „Da kaun mas da Staatsanwalt net wegnehma. Oiso frog scho.”

Ludwig: „Warum hot die Rendi-Wagner bei der Kanzlerfrage so schlechte Umfragewerte?“

Doskozil: „Und warum solltat des mi, Hans Peter Doskozil, jetzt interessieren? Des is mir völlig wurscht. Host du mein Briaf an die Bundespartei net g’lesen? Finito. Zuadraht is. Mir san manche Blaue hinten liaba ois die rote Pamela vorn. Außerdem bin i Landeshauptmann. Des genügt ma. Vorläufig.“

Ludwig: „Oba wir san doch Genossen. Wir miassen z’sammhalten und geschlossen auftreten. So derf’s net weidagehn. Langsam wird’s richtig peinlich. Bei der Regierung miassat ma eigentlich die Absolute ham. In die Sektionen lochen olle nur mehr. I überleg die ganze Zeit, wia ma der Pamela helfen könnt. Sie braucht bei der nächsten Wahl an großen Zwarer vor dem Ergebnis. Sunst ist die Partei im Oar..….am Ende, glaub ma des. Denk doch an unsere Bewegung. An unsere Werte.”

Doskozil: „Moch du a weng mehr Bewegung, daun stimmen a deine Werte wieder. Oba damit endlich a Ruah is, des san jetzt meine letzten Tipps für die Frau Rendi-Wagner. Erstens: Sie soll net immer die Frau Doktor aussahängen lossn. Des interessiert kan. Zweitens: Sie soll nie wieder in die Pressestunde gehn, waun da Bürger dabei is. Und a net zum Wolf, dem Gschaftlhuawa. Politik is afoch, kaunst ihr ausrichten. Und jetzt hurch weg. Oder sing. Oba laut. I glaub, es tuat sie wos. Host g’hört? Sing endlich.”

Ludwig: „Die Internationale?”

Doskozil: „Von mir aus. Hauptsoch laut.”

Ludwig: „Wacht auf, Verdammte dieser Erde, die stets man noch zum Hungern zwingt! Das Recht wie Glut im Kraterherde nun mit Macht zum Durchbruch dringt. Reinen Tisch macht mit dem Bedränger! Heer der Sklaven, wache auf! Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger. Alles zu werden, strömt zuhauf! Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht. Und, bist fertig?”

Doskozil: „Nix. Nur warme Luft. Seit aner Wochn scho. Wos kaun des nur sein?”

Ludwig: „Darmverschluss. Dein Ego steht im Weg.”

Mehr dazu in “Die Hofnarren der Republik”.

Titelbild: APA Picturedesk

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