Bonelli im Visier

WKStA-Akten belasten Kurz-Kabinettschef

Kanzler-Kabinettschef Bernhard Bonelli ist eine Schlüsselfigur im türkisen Kartenhaus. Die Verdachtslage in Ermittlungen gegen führende ÖVP-Politiker weist immer stärker in seine Richtung.

Wien, 04. Mai 2021 | Bernhard Bonelli ist Kabinettschef von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Hat sich Bonelli im Bundeskanzleramt mit einem Insider der Novomatic-Affäre getroffen? Ist dort „sehr brisantes Material betreffend die NOVOMATIC AG und politische Parteien, insbesondere die ÖVP“ besprochen worden?

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Hinweise darauf in ihren Akten. In der CASAG-Ordnungsnummer 1384 hält die WKStA fest: Aus dem übermittelten Bericht geht hervor, dass der OMNIA DETEKTEI GmBH ein Informant über die Vorlage von Dokumenten und Unterlagen durch Peter B. in von Alfred I. organisierten Besprechungen berichtete. Diese würden sehr brisantes Material betreffend die NOVOMATIC AG und politische Parteien, insbesondere die ÖVP beinhalten. So habe der ehemalige Fußballspieler Franz W. erfahren, dass B. diese Unterlagen an die Öffentlichkeit bringen möchte und habe den ihm bekannten I. gebeten, B. zu „bremsen”. I. habe daraufhin Besprechungen abgehalten, an der bei einer (von offenbar mehreren Besprechungen) auch „Bernhard Bonelli von der ÖVP” teilnahm. I. soll dies so kommentiert haben mit „Es ist mir gelungen Bonelli beizuziehen.”

Die WKStA verfasst zu dem Vorgang eine Anmerkung, „dass B. bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss am 30. September 2020 angab, dass er Mag. Bonelli im Bundeskanzleramt getroffen habe und S. ihn dazu „in Verbindung gebracht“ habe. B. habe Mag. Bonell im Bundeskanzleramt kennengelernt.“

„Alles auf Schiene“

Egal ob es um Impfstoff oder Postenschacher geht, Kurz verlässt sich auf Bonelli. Bernhard Bonelli ist die rechte Hand des Bundeskanzlers. Am 6. Februar 2019 kann Kurz-Kabinettschef Bonelli Finanzminister Löger einen Erfolg melden: „Mit der ÖBAG ist alles auf Schiene und mit Sebastian und unserem Team abgestimmt. Gut Ding braucht Weile! :)“ Die Ausschreibung ist eine türkise Farce und mit Wissen des Kanzlers für den Kurz-Vertrauten Thomas Schmid maßgeschneidert worden.

Monate später wollen Journalisten den Kanzler nach der Qualifikation von Iris Ortner für den ÖBAG-Aufsichtsrat fragen. Bonelli wendet sich an Schmid: „bitte um Mithilfe bei Interview-VB für SK: Warum ist Iris Ortner super für ÖBAG?“ Die Antwort „Weil ihr Vater uns fast eine Million gespendet hat!“ kommt nicht in Frage.

„Für Sebastian passt es“

Am 15. Februar 2019 wird endlich der ÖBAG-Aufsichtsrat bestellt. Schon drei Tage später hat Kurz neue Ideen. Diesmal will er sie hinter dem Rücken des neuen ÖBAG-Chefs Schmid umsetzen. Kurz-Kabinettschef Bonelli informiert Finanzminister Löger: „Lieber Hartwig! Hab ich mit Sebastian ausgemacht, dass wir uns einmal einen Abend Zeit nehmen und die bevorstehenden Aufsichtsrats-Bestellungen (inkl. den 4-fachen Vorsitz, den sich Thomas vorstellt) mal gemeinsam durchdiskutieren. Würde das aber machen ohne dass Thomas das mitbekommt. Ggf. könnten wir dann auch dein Kabinett schon besprechen.“

Den Segen von oben bekommt Finanzminister Löger für sein Kabinett dann am 23. März direkt von Bonelli: „Für Sebastian, Gernot und Axel passt das Setup jetzt so.“ Im Frühjahr 2019 gibt es kaum ein personelles Detail, um das sich Kurz, Blümel und Kurz-Kabinettschef Bonelli nicht kümmern.

Der WKStA liegen inzwischen Berge von Bonelli-Chats und Bonelli-Mails vor. Sie belasten Bonelli, ÖBAG-Chef Thomas Schmid , Ex-Finanzminister Hartwig Löger und Sebastian Kurz. Die WKStA prüft Anzeigen wegen des Verdachts der falschen Zeugenaussage und anderer Delikte gegen Bonelli.

Schon am Dienstag hat Bonelli die Möglichkeit, alles aufzuklären: im Ibiza-Untersuchungsausschuss, unter Wahrheitspflicht.

(pp)

Titelbild: APA Picturedesk

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