Ein Orden für Gabi Spiegelfeld

Gabi Spiegelfeld, Organisatorin von Frühstückstreffen und Dinnerparties mit Sebastian Kurz und reichen Spendern erhielt einen Orden. Wo war ihre Leistung?

Wien, 04. Mai 2021 | “Gabi” ist den Chatnachrichten von ÖBAG-Chef Thomas Schmid erstaunlich oft Thema. Sie ist in Streitereien mit der stellvertretenden Kabinettschefin Eva Schütz verwickelt, sucht für “Aufsichtsratssammler” Schmid “Weiber” aus, um die “Scheiß Quote” im ÖBAG Aufsichtsrat zu erfüllen, und “Gabi weiß Bescheid”, wenn Thomas Schmid sich mit ÖVP-Spendern trifft. “Gabi” darf man allerdings nichts erzählen, das geheim bleiben soll, da sind sich Schmid und seine Mitarbeiterin Melanie Laure einig: “Du kennst sie eh ;-).”

“Gabi”, das ist PR-Beraterin Gabriela Spiegelfeld. Sie organisierte Frühstückstreffen im Wiener Nobelhotel Sacher und Dinnerparties, bei denen reiche ÖVP-Spender Gelegenheit erhielten, sich mit Sebastian Kurz auszutauschen. Für FPÖ-Abgeordneten Christian Hafenecker ist Spiegelfeld Kurz’ “Spendenkeilerin”, sie selbst findet diesen Ausdruck despektierlich.

Im Februar 2019 erhielt Gabi Spiegelfeld das Goldene Verdienstzeichen der Republik. Übergeben wurde es von Bundeskanzler Kurz persönlich, auch die Minister Schramböck und Löger ließen sich die Verleihung nicht entgehen. Der Orden für Spiegelfeld hat eine Vorgeschichte:

Am 11. Mai 2018 schrieb Thoams Schmid, damals noch Generalsekretär im Finanzministerium an seine Mitarbeiterin Melanie Laure: “Bitte für Gabi einen Orden organisieren. Danke. 😘” Kein Problem für Laure: “Natürlich.”

Ein Spendenorden?

Das Goldene Verdienstzeichen wird auf Vorschlag der Bundesregierung durch den Bundespräsidenten oder in seinem Namen an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Republik Österreich verdient gemacht haben. Doch die Auszeichnung für Spiegelfeld scheint eher Thomas Schmid “organisiert” zu haben. Dass er im Auftrag von Minister Hartwig Löger handelte, geht aus den Nachrichten jedenfalls nicht hervor.

Schmid und Spiegelfeld sind, wie Spiegelfeld selbst sagt, Freunde. Er urlaubte in ihrem Haus auf Mallorca – jenem Haus, in dem Sebastian Kurz nach eigenen Angaben “nicht einmal auf einen Kaffee” war, als Spiegelfeld schrieb: “Sebastian ist hier”. Kurz nach Schmids Bestellung zum ÖBAG-Chef erhielt Spiegelfeld einen lukrativen PR- und Lobbyingauftrag von der Staatsholding. Noch als Schmid das Finanzminsiterium führte, wurde Spiegelfelds Mann in den Aufsichtsrat der Bundesforste berufen.

Worin bestand die Leistung, die Spiegelfeld für die Republik erbrachte? Weder die Präsidentschaftskanzlei, noch das Bundeskanzleramt, Thomas Schmid, Melanie Laure oder Gabi Spiegelfeld selbst wollten diese Frage beantworten. Handelte es sich vielleicht eher um Verdienste für die Wahlkampagne Sebastian Kurz’? Kein Kommentar.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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