War Trump für Russland erpressbar?

Gerüchte um angebliche Sexvideos von Ex-Spion aufgewärmt

Wirbel in Washington: Der berüchtigte Mi6-Spion Christopher Steele soll während Trumps Amtszeit ein zweites Dossier angelegt haben. In diesem geht es auch um die angeblichen Sexvideos von Trump in Russland. Der gründet unterdessen sein eigenes Twitter.

 

Washington/London, 05. Mai 2021 | Der ehemalige britische Spion Christopher Steele hatte bereits im Wahljahr 2016 das politische Washington mit einem Enthüllungsdossier rund um Behauptungen der Trumpschen Russlandverbindungen erschüttert.

Behauptungen über Einmischung Russlands und Sexvideos

Jetzt prescht Steele mit einem neuen Dossier vor, wie aus einem Bericht des „Telegraph“ hervorgeht. Es soll zwischen 2017 und 2021, also genau während Trumps Wirken als US-Präsident, erstellt worden sein. In dem nicht verifizierten Dokument geht es britischen und US-amerikanischen Medien zufolge um neuerliche Behauptungen, wonach sich Russland unzulässig in den US-Wahlkampf eingemischt habe.

Pikant ist aber vor allem, dass die bereits damals aufgekommenen Gerüchte, Trump wäre für Russland aufgrund eines Sexvideos erpressbar, aufgewärmt werden. „The Donald“ soll in Russland beim bezahlten Geschlechtsverkehr heimlich gefilmt worden sein. Kopien der Aufnahmen lägen russischen Geheimdiensten und der Regierung vor, wodurch Trump für Russland erpressbar sei.

Heizt Spekulationen erneut an

Das zweite Dossier stütze sich laut „Telegraph“ auf andere Quellen als das erste aus 2016, doch die neuen Quellen würden nicht explizit genannt werden. Steeles erstes Dossier war im Jänner 2017 veröffentlicht worden. Damals waren sowohl der Geheimdienstausschuss des Senats als auch das FBI aktiv geworden. Die Sexvideo-Behauptungen konnten aber nie verifiziert werden, Trump selbst bestritt sie vehement. Das Dossier sei gefälscht und Teil einer „Hexenjagd“. In der Tat wies es einige falsche Angaben auf, bezahlt wurde es von einer Gruppe Trump-kritischer Republikaner. Einige Kommentatoren in Washington und London werten das zweite Dossier deshalb als nachträgliche Legitimation des brüchigen ersten.

Allerdings enthält auch das neue Dossier einige Berichte aus FBI-Kreisen. Welche Sprengkraft es entfalten könnte, ist dem Vernehmen nach noch unklar. Sollte Trump tatsächlich nachgewiesen werden, mit kompromittierendem Material erpresst worden zu sein, könnt es eng für ihn werden. Auch eine nachgewiesene Verschwörung mit Russland gegen die US-amerikanischen Interessen könnte strafrechtliche Konsequenzen haben.

Trump-Twitter startet

Unterdessen lässt sich der gescheiterte Ex-Präsident nicht unterkriegen. Nach seiner Verbannung von Twitter im Zuge des Anheizens seiner Anhänger vor dem Sturm auf das Kapitol, gründete er ein Neben-Twitter. Der neue Social-Media-Kanal erinnert in seiner Erscheinungsform an die Originalversion von Twitter, man kommt dort aber ausschließlich in den Genuss von Trumps Beiträgen selbst. Trump, der auch auf Facebook und YouTube gesperrt ist, war zuvor auf klassischen E-Mail-Verkehr angewiesen. Jetzt kann er seine Echokammer auf neuem Wege befeuern.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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21 Kommentare
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CommunityTeam
5. 05. 2021 14:44

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CommunityTeam
5. 05. 2021 14:44

Heute um 18 Uhr ist der österreichisch/US-amerikanischer Journalist Matthew Karnitschnig zu Gast im Zack Zack Club-Talk!
Anfang April hat er für den europäischen Ableger der US-Wochenzeitung „Politico“ den viel beachteten Beitrag „Sebastian Kurz: From political wunderkind to rogue operator“ der unter dem Titel „House of Kurz“ aufs Cover der Wochenzeitung gebracht (https://www.politico.eu/article/house-of-sebastian-kurz/)

Schaut‘s unbedingt vorbei: https://club.zackzack.at/2021/04/29/club-talk-matthew-karnitschnig/

WernerB
6. 05. 2021 4:43

Also wen der Kanal an die Erscheinungsform von Twitter erinnert, der hat noch nie Twitter gesehen.

KarinLindorfer
5. 05. 2021 17:09

Auch wenn man bei Trump eine Leiche im Keller gefunden hätte oder ihn dabei gefilmt hätte wie er eine vergraben hat, seinen Fans wäre das ohnehin egal gewesen. Denen wäre schon irgend eine Rechtfertigung dazu eingefallen z.B. “der hatte den Tod verdient” oder “um den ist es eh nicht schade” usw. Eine Sexaffäre hätte die schon gar nicht gekümmert.

WernerB
6. 05. 2021 3:53
Antworte auf  KarinLindorfer

Hättiwaritätti.

KarinLindorfer
6. 05. 2021 8:07
Antworte auf  WernerB

Werner B, wo ist das Problem?

Grete
5. 05. 2021 15:36

Ist “unabhängiger Journalismus” automatisch ein guter Journalismus? Nein, wie dieser Beitrag wieder einmal zeigt. Er bedient sich unreflektiert gängiger Klischees: Trump ist schlecht. Trump ist unmoralisch. Über Trump muss man sich lustig machen.
Was immer man von Trump hält, dass er von Twitter, Facebook und YouTube gesperrt ist, spricht nicht gerade für Meinungs- und Pressefreiheit. Sie haben jahrelang sicher gut an ihm verdient, oder nicht? Warum sonst haben sie ihn nicht früher gesperrt? War er früher moralischer?

Was immer Spione, Geheimdienste, hervorbringen, ist ohnehin schon fraglich. Sie bringen alles hervor, was ihnen gerade dienlich erscheint. Siehe die Massenvernichtungswaffen des Iraks.

Was aber kann es Schöneres geben als Sexaffären des unsympathischen Trumps im bösen Russland.
Da können Clinton und andere Männer, wie in den Kommentaren bereits angeführt, nicht mithalten.

KarinLindorfer
5. 05. 2021 17:17
Antworte auf  Grete

Ich finde es durchaus legitim jemanden auf Facebook oder Twitter zu sperren der so reich ist, dass er sich einen eigenen Twitter Kanal einrichten kann und so seine Meinung exklusiv verbreiten kann. Mehr Meinungs- und Pressefreiheit kann man nicht mehr haben als Donald Trump. Twitter und Facebook haben außerdem sehr wohl das Recht Accounts zu sperren schließlich sind sie keine öffentlichen Einrichtungen und werden auch nicht durch öffentliche Gelder finanziert sondern sind private Anbieter. Es zeugt eher für viel Meinungsfreiheit, dass sein “Geschwurbel” so lange veröffentlicht wurde.

RuckZuck
5. 05. 2021 18:29
Antworte auf  KarinLindorfer

Unabhängig von Trump.

YouTube, Facebook, Twitter haben aufgrund ihrer Verbreitung und Größe eine quasi Monopolstellung erreicht. Hier darf es nicht sein, daß eine Zensur privat gesteuert eingreift.

Die Politik kann sich bequem daran abputzen, und gleichzeitig paßt die Zensur von nicht Regierungslinie perfekt in den eigenen Kram.

KarinLindorfer
5. 05. 2021 18:52
Antworte auf  RuckZuck

Jeder Anbieter darf mit seiner Sozial Media Plattform tun und lassen was er will, ganz einfach weil sie ihm gehört. Und dass Facebook usw. Monopolstellung erreicht haben das ist in erster Linie den Usern zuzuschreiben. Wir sind quasi selber schuld daran, dass diese Plattformen so eine Macht haben, niemand hat uns gezwungen diese zu benutzen. Ich nutze z.B. keine davon. Es gibt durchaus andere Medien wo man seine Meinung äußern kann z.B. Zack, Zack. Das Betreiben einer Sozial Media Plattform ist einfach ein Geschäft und jeder kann selber entscheiden ob er das will oder nicht.

Zuletzt bearbeitet 8 Monate zuvor von KarinLindorfer
WernerB
6. 05. 2021 3:55
Antworte auf  KarinLindorfer

Nein, das ist nicht richtig. Social Media Plattformen unterliegen wie alle Unternehmen durchaus auch den Gesetzen.

KarinLindorfer
6. 05. 2021 8:12
Antworte auf  WernerB

Habe ich behauptet, sie würden nicht den Gesetzten unterliegen? Haben sie mein Post nicht gelesen oder waren sie schon dagegen bevor sie es gelesen haben?

DonCamillo
5. 05. 2021 17:17
Antworte auf  Grete
Hermann_Geyer
5. 05. 2021 14:58

Zum Glück haben unsere Türköslinge beizeiten vorgesorgt. Haben geschickt und unauffällig dafür gesorgt, dass ihre B…-Fotos öffentlich wurden.
Und aus war’s mit der Erpressbarkeit.

samhain
5. 05. 2021 15:06
Antworte auf  Hermann_Geyer

siehe “Braunschlag”

Bastelfan
5. 05. 2021 14:11

Der krug geht zum brunnen, bis er bricht.
Merk dir das, bastelmann.

samhain
5. 05. 2021 12:46

Gab’s da nicht eine Geschte mit Strauß? War der deshalb erpressbar?

[gelöschter User]
5. 05. 2021 12:55
Antworte auf  samhain

Da gab es was mit einer Prostituierten. Stimmt.

Und Blecha wurde angeblich mal von einem Zuhälter leicht bekleidet am Gürtel an einen Pfosten angekettet. Da hat der Polizist der einschreiten musste angeblich zum Kollegen gesagt (du Achtung, des is unser Chef…) So die Fama.

[gelöschter User]
5. 05. 2021 13:18
Antworte auf  [gelöschter User]

Aber das sind nur Gerüchte und alles ist sehr lange her.

Grete
5. 05. 2021 16:11
Antworte auf  [gelöschter User]

Wie Sie sagen: Gerüchte:

Pikant ist aber vor allem, dass die bereits damals aufgekommenen Gerüchte, Trump wäre für Russland aufgrund eines Sexvideos erpressbar, aufgewärmt werden.

Also auch hier GERÜCHTE. Kopien der Aufnahmen LÄGEN russischen Geheimdienste…

Wie immer, wenn es um Russland (und auch Trump) geht, herrschen Konjunktive vor. Es gilt aber nie die Unschuldsvermutung.

Auch eine nachgewiesene Verschwörung mit Russland gegen die US-amerikanischen Interessen könnte strafrechtliche Konsequenzen haben.

Was wäre denn gegen US-amerikanische Interessen? Eine Verständigung mit Russland?

Bastelfan
5. 05. 2021 14:13
Antworte auf  [gelöschter User]

Immer wieder lustig.

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