Wien: Alle Bezirke bekommen Parkpickerl

Das Parkpickerl kommt in alle Wiener Bezirke. Die Umsetzung ab Sommer soll damit auch den letzten vier Bezirken ohne Parkpickerl eine Parkraumbewirtschaftung bringen.

Wien, 05. Mai 2021 | Hietzing, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing sind die vier verbliebenen Bezirke, die bis jetzt noch kein Parkpickerl haben. Ab Sommer soll sich das ändern, wie die Wiener Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) gemeinsam mit NEOS-Klubchefin Bettina Emmerling am Mittwoch bekannt gegeben hat.

Sie habe nach Gesprächen mit den Bezirken die MA46 um eine Überprüfung gebeten, damit weitere Schritte Richtung Parkpickerl ermöglicht werden können. Das bestehende Modell soll auf diese vier Bezirke – leicht verändert – ausgedehnt werden. In Simmering, wo derzeit das Parkpickerl nur im westlichen Teil gilt, soll nun ebenfalls eine flächendeckende Lösung gefunden werden.

Einer der Kritikpunkte am Pickerl aus der Vergangenheit soll indes behoben werden: in allen Bezirken soll die gleiche Parkdauer zum gleichen Preis kommen. Zudem soll es weiterhin Zonen für Anrainer-Parkplätze geben.

Entscheidung bleibt bei Bezirken

Eine Absage setzte es vorerst hingegen für ein Zonenmodell, wo etwa das Parken in der Inneren Stadt teurer als in den Außenbezirken hätte sein sollen. Ein Landesgesetz, das eine Parkpickerllösung zentral vergeben hätte können, wird ebenfalls nicht kommen, da es laut Sima so keine Maximalparkdauer geben würde, „es könnte jemand dann vier Wochen dort stehen“. Das sei nicht wünschenswert, daher bleibe die Entscheidung bei den Bezirken.

Von den SPÖ-geführten Bezirken, die nun ein Parkpickerl einführen sollen, gibt es keinen Widerstand. Deren Vertreter waren bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesend. Einzig die Bezirksvorsteherin des ÖVP-geführten Hietzing war von den Parkpickerl-Neo-Bezirken bei der Pressekonferenz nicht anwesend. Sima gab sich jedoch optimistisch, dass auch Hietzing zustimmen werde. Sie erwarte, dass niemand der einzige Bezirk sein wolle, der kein Parkpickerl einführen wird.

Man werde den Weg, der 1993 mit der ersten Parkpickerlzone eingeschlagen worden war, weiter gehen. Das sei ein Modell, welches sich in 18 Bezirken bereits bewährt habe. Nach der Einführung habe sich die Lage für die Anrainer verbessert, so Sima weiter. Die Einnahmen aus dem Parkpickerl werden für die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs verwendet, sagte die Stadträtin. Eine Kostenerhöhung werde es nicht geben. “Ich bitte um Verständnis, dass wir noch nicht alles fertig auf den Tisch legen können”, so Sima.

“Die Fortschrittskoalition ist eine Klimaschutzkoalition und eine Wien-weite Parkraumbewirtschaftung wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu unserem Ziel, Wien bis 2040 klimaneutral zu machen”, hielt NEOS-Emmerling fest. Auch der neu gewonnene Platz auf den Straßen würde neue Gestaltungsspielräume für die Bezirke und ihre Anrainer bieten.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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