4 Millionen Masken-Honorar für bayrische Polit-Tochter

Zwei bayrische Polit-Töchter fädelten den größten Maskendeal Deutschlands ein. Während die Tochter von Franz Josef Strauß wohl nur unterstützte, dürfte die andere groß abkassiert haben.

 

Wien/Berlin, 08. Mai 2021 | Die Tochter des Ex-CSU-Politikers Gerold Tandler machte mit Corona ein großes Geschäft. Weil sie zwei Schweizer Maskenunternehmer an deutsche Ministerien vermittelte, bekam sie 4 Millionen Euro. Die Schweizer, beide unter 25 Jahre, verkauften chinesische Masken an Deutschland.

Größter Maskendeal Deutschlands

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn räumte im deutschen Haushaltsausschuss ein, dass ihm Tandler am 9. März 2020 über das Angebot der Firma Emix informiert habe. Es wurde einer der größten Maskendeals Deutschland: Für mehr als 670 Millionen Euro kaufte Deutschland persönliche Schutzausrüstung bei Emix ein. Die beiden Jungunternehmen verdienten damit vermutlich 130 bis 200 Millionen Euro. Laut „WDR“, „NDR“ und „SZ“ stieg die Polit-Tochter Andrea Tandler mit 4 Millionen Euro aus. Vor Corona betrieb sie eine PR-Agentur, dort warb sie für bayrisches Bier und Weißwurst.

Den Kontakt eingefädelt dürft wiederum die CSU haben und zwar die Tochter der CSU-Legende Franz Josef Strauß: Monika Hohlmeier ist CSU-EU-Abgeordnete und bestens bekannt mit Tandler. Tandlers Vater, Gerold Tandler, ist 84 Jahre und war einst CSU-Generalsekretär und nacheinander Innenminister, Wirtschaftsminister und Finanzminister.

5 – 7,5 Prozent Honorar

Während Hohlmeier nur mit Kontakten half, soll Tandler 5 bis 7,5 Prozent Honorar kassiert haben. Das wäre ein Anspruch von 34 bis 51 Millionen Euro. Ein großer Teil davon dürfte laut Informationen der deutschen Recherechekooperation aus „WDR“, „NDR“ und „SZ“ auch geflossen sein. Es handelt sich um Steuergeld.

Tandler äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. Die Firma Emix meint, Tandler sei „Projektmitarbeiterin“ gewesen. Sie habe nicht nur vermittelt, sondern auch „Liefer- und Flugpläne der eigens von Emix gecharterten Flugzeuge mit den abnehmenden Ministerien in Deutschland koordiniert.” Sie habe den ganzen Prozess “mit größtem persönlichen Arbeitseinsatz begleitet”, schreibt Emix per E-Mail. “Sie werden Verständnis haben, dass wir uns zu Aufwendungen für externe Projektmitarbeiter nicht äußern.”

Kunde von Emix war nicht nur Spahns Gesundheitsministerium, sondern auch das bayrische Gesundheitsministerium und jenes von Nordrhein-Westfahlen.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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