Nach langer Bergungsaktion:

Wal in der Themse wird eingeschläfert

Der in der Londoner Themse aufgetauchte Wal ist wegen seines schlechten Gesundheitszustands von Spezialisten eingeschläfert worden.

London, 11. März 2021 | “Wir bestätigen, dass der Zwergwal in Teddington Lock menschlich eingeschläfert wurde, nachdem das Tier auf dem nahe gelegenen Damm gestrandet war”, so die Hilfsorganisation British Divers Marine Life Rescue am Montagabend . Der rund 4 Meter lange Wal war am Wochenende aus unbekannten Gründen im Südwesten von London in einer Schleuse aufgetaucht.

Vor seiner Einschläferung hatte der Wal an der Teddington-Schleuse im Bezirk Richmond eine Weile still im Wasser getrieben. Bis zur offenen See sind es von dort aus knapp 50 Kilometer. Bereits am Sonntag war der Wal an einer Schleuse in der Nähe aufgetaucht, wo Hunderte Schaulustige die stundenlange Rettungsaktion beobachteten. Allerdings konnte der junge Minkwal den Rettern entkommen – am Montagnachmittag war er zurück in Richmond und sogar noch ein Stück weiter gelangt.

Grund noch unklar

Wieso das Tier, das normalerweise im Nordatlantik zu Hause ist, so weit die Themse hoch schwamm, war zunächst unklar. Möglicherweise folgte es Fischen aus der Nordsee in den Fluss und verirrte sich. Eine Untersuchung nach der Einschläferung soll Aufschluss darüber geben, weshalb sich der Gesundheitszustand des Wals so rapide verschlechterte.

Die Schleuse in Richmond ist die am weitesten flussabwärts gelegene, an der noch die Nordsee-Gezeiten zu spüren sind. Um von der Themsemündung dorthin zu gelangen, muss der Wal auch durch die Innenstadt entlang des Parlaments und des berühmten Tower geschwommen sein.

“Falsch abgebogen” – auch in Barcelona

Zeitgleich ist ein juger Grauwal bei der Westküste der USA vermutlich “falsch abgebogen”.  Er hat sich aus dem Pazifik ins Mittelmeer verirrt und ist an Spaniens Ostküste weiter Richtung Süden geschwommen. Biologen tauften den Meeressäuger “Wally”. Zahlreiche Menschen sahen laut der Zeitung “La Vanguardia” das etwa acht Meter lange Tier am Wochenende vor der Küste Barcelonas. Zwei Schiffe der Seenotrettung und der Feuerwehr begleiteten den Wal, um zu verhindern, dass er in den Hafen der Großstadt schwimmt oder mit einem Schiff kollidiert.

Mitarbeiter des “Marine Animal Rescue Center” versuchen den jungen Grauwal zu finden, der sich dem Ufer nähert. / Foto: APA

Tierschützer gingen davon aus, dass der Wal durch die Meerenge von Gibraltar in den Atlantik zurückkehren könnte. Allerdings äußerten sie die Befürchtung, er werde es kaum zurück in den Pazifik schaffen. Vorher werde der bereits erheblich abgemagerte Wal vermutlich verhungern, weil er im Mittelmeer keine Krusten- und Weichtiere finden kann, von denen sich Grauwale im Pazifik ernähren.

Wal auf großen Reisen

Experten vermuteten, dass der höchstens zwei Jahre alte Wal möglicherweise durch die Nordwestpassage in den Nordatlantik gelangte, die durch die Klimaerwärmung leichter zu passieren sei. Vermutlich handle es sich um dasselbe Tier, das im März bereits vor der Küste Nordafrikas, im April dann vor Italien und vor kurzem schließlich vor der Südküste Frankreichs gesichtet worden war.

(jz/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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