Sonntag, Juli 14, 2024

Erster Filmdreh im Weltall – Schauspielerin fliegt hoch hinaus

Schauspielerin fliegt hoch hinaus

Im Herbst soll die eine Filmcrew zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, um den ersten Film im Weltall zu drehen.

Moskau, 14. Mai 2021 | Es gibt unendlich viele Filme, die im Weltall spielen. Aber es gibt noch keinen Film, der auch wirklich dort gedreht wurde. Jetzt soll zum ersten Mal im Weltall ein Film gedreht werden. Wie die russische Raumfahrtbehörde “Roskosmos” mitteilte, soll im Oktober eine Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Raumstation ISS starten. Mit an Board: die russische Schauspielerin Yulia Peresild und der Regisseur Klim Schipenko.

Ein etwas anderer Außendreh

Die 36-Jährige Schauspielerin werde am 5. Oktober gemeinsam mit dem Regisseur in einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aufbrechen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstag mit.

Die Schauspielerin hatte sich für die Rolle im Weltall unter 20 Finalistinnen durchgesetzt. Insgesamt waren mehr als 3.000 Bewerbungen eingegangen. Neben Fähigkeiten im Schauspiel seien medizinische Tests ausschlaggebend gewesen, hieß es von Roskosmos. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Peresild vor elf Jahren mit dem russischen Spielfilm “Krai”, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielt.

Regisseur Klim Schipenko auf der Pressekonferenz des ersten Weltall-Films “Die Herausforderung” (Arbeitstitel). / Foto: APA

Die Herausforderung

Der Film des 37 Jahre alten Regisseurs Schipenko (“Salyut-7 – Tödlicher Wettlauf im All”) soll in Teilen im Kosmos gedreht werden und hat den Arbeitstitel “Wysow” (auf Deutsch: Die Herausforderung). Er und Peresild werden den Angaben zufolge am 1. Juni ein spezielles Training für ihren Flug zum Außenposten der Menschheit beginnen. Falls jemand ausfallen sollte, steht eine Ersatzmannschaft bereit.

Der Film ist Roskosmos zufolge Teil eines groß angelegten wissenschaftlichen und pädagogischen Projekts, bei dem Dokumentarfilme etwa über die Raketen- und Raumfahrtindustrie entstehen. Es solle zudem zeigen, dass Flüge ins All nicht mehr nur für Fachleute, sondern für immer mehr Interessierte möglich seien.

(jz/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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