Islamisten blockieren Gasprojekt

EU will Militär nach Mosambik schicken

Die EU will Militär nach Mosambik schicken. Islamisten blockieren dort ein 20-Milliarden-Gasprojekt. Portugal, ehemaliger Kolonisator des Landes, marschiert voran und schickt 60 Truppen in den Süden Afrikas.

Wien, 14. Mai 2021 | Portugal wird 60 Truppen nach Mosambik entsenden, um das Land im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ zu unterstützen. Eine dementsprechende neue Kooperation verkündete Portugals Verteidigungsminister Joao Cravinho diese Woche.

Neues Abkommen

Seit 2017 verliert das Land im Süden Afrikas in seiner nördlichen Provinz Cabo zunehmend die Kontrolle. Der Energiegigant TOTAL musste sein 20 Milliarden Flüssiggasprojekt einstellen, Zivilisten sind mit Vertreibung und Gewalt konfrontiert.

Im neuen Abkommen zwischen Portugal und Mosambik soll das EU-Land bis 2026 80 Truppen nach Afrika entsenden. Man will einheimische Soldaten ausbilden, den Drohneneinsatz vermitteln und geheimdienstliche Informationen austauschen. Im Rahmen des Programms wurde das Truppenkontingent in der ehemaligen portugiesischen Kolonie jedenfalls um das Vierfache erhöht.

Brüssel plant ebenfalls Mission

Dies passiert im Einklang mit Brüssel. Schon Anfang Mai verkündete EU-Außenminister Josep Borrell, dass die EU mehr Truppen im Süden Afrikas unterstützt. Borrell nahm dabei besonders die Angriffe der Islamisten auf das Gasprojekt von TOTAL in die Kritik. Diese würden darauf abzielen, die Wirtschaft des Landes zu attackieren. Eine Entscheidung hatten die Verteidigungsminister bei einem Treffen vergangene Woche nicht beschlossen, Portugal geht nun offenbar voran.

„Die Regierung Mosambiks hat um Hilfe gebeten. Wir werden versuchen, eine Ausbildungsmission zu entsenden, um die Bedrohungen einzudämmen“, so Borrell. Er hoffte, die Mission bis Ende des Jahres entsenden zu können, ansonsten könne das “nicht als gutes Ergebnis betrachtet werden.” Der politische Wille sei da.

Seit 2007 hat die EU Kampftruppen mit 1500 Soldaten in Bereitschaft, eingesetzt wurden sie aber noch nie. Zudem prüft man in Brüssel die Schaffung einer 5000 Mann starken Truppe, um in internationalen Krisen eingreifen zu können. Diese Pläne seien aber erst im konzeptionellen Stadium.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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