Rabensteiner

Unter Verdacht

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

Wien, 15. Mai 2021 |

Schramböck: „Glaubts ihr, die sperren den Basti ein? Des is scho a blede G’schicht mit seiner Aussage. Dabei wår die net wirklich falsch. Vielleicht a bissl ungenau. Oder geht er ois Kommissionspräsident nach Brüssel?“

Tanner: „Niemand sperrt den Basti ein. Niemand. Der is vü zu schlau für den Staatsanwalt. Oda fiar irgend so an Richter. Des Gånze is sowieso lächerlich. Und das Können für die Präsidentschaft hätt’ er auf jeden Fall.“

Schramböck: „Eh. Du bist jo schließlich a Verteidigungsministerin worn.“

Tanner: „Wie manst des jetzt?“

Schramböck: „Du kånnst doch a Sturmg‘wehr net von aner elektrischen Zahnbürsten unterscheiden. Ohne die Mikl-Leitner tätst no immer im Bauernbund sitzen und Spargel stechen. Oder Erdäpfel wåschen.“

Tanner: „Des ist doch eine bodenlose Frechheit, du blede Blunzn.“

Schramböck: „Såg net blede Blunzn zu mir. Du großer weißer Vogel.“

Tanner: „Großer weißer Vogel?“

Schramböck: „Des is die freundliche Umschreibung für g’stopfte Gans.“

Raab: „Aber meine Damen, hört’s doch auf zu streiten. Wir müssen an die Zukunft denken. Vor allem an die eigene. Wenn der Basti wirklich nach Brüssel geht, daun derf er net auf uns vergessen.“

Edtstadler: „Die Susanne hat Recht. Da steckt großes Potenzial drin. Versorgungspotenzial.“

Raab: „Absolut richtig. Wir miassn schaun, dass ma rechtzeitig den Absprung schåffen. I håb ka Interesse, dass i mi als Ministerin für an Hungerlohn zu Tode arbeit‘. EU-Botschafterin, des wär wås für mi. Von heut an bin i besonders nett zum Basti. Richtig nett. Zuvorkommend. Hilfsbereit. Liebevoll.“

Schramböck: „Frau Ratspräsidentin Schramböck. Des warat a super Job. I schick eahm jetzt jeden Tag Blumen.“

Tanner: „Tram weida, des wird scho mei Hockn. Dafür putz i amoi in der Wochen bei eahm.“

Edtstadler: „Der Europäische Gerichtshof. Die wårten dort schon auf a Expertin wia mi. Dafür koch i fiar eahm. Griaßkoch mog er gern. Seits amoi ruhig. Hörts ihr des? Da stöhnt doch jemand. Des kummt aus dem Basti sein Büro.“

Raab: „Jetzt hör is a. Des is da Basti, ganz sicher. Und noch jemand. A Frau. Die werden doch net da drinnen…“

Schramböck: „Stimmt. A Frau is a dabei. Die Stimm‘ kommt ma bekannt vor. Kärntner Dialekt. Wo ist denn eigentlich die Kollegin Köstinger? Des derf jo net wåhr sein. Der Basti und die Elli werden doch net am End…“

Tanner: „Des Hiatamadl stellt sich dümmer, ois sie is. Die hat‘s faustdick hinter den Ohren. Kaum hört sie wås von Kommissionspräsident, is sie schon dran am Objekt und geht ihm zur Hand. Da brauch i eahm die Wohnung nimma putzen.“

Schramböck: „Hörts euch des an wias da drinnen zuageht. Unglaublich. Des san ja Kampfgeräusche wie bei Shades of Grey. Sowas kenn i von daham går nimmer. Des hätt i ma vom Basti net denkt. Von der Elli schon. Oba net von eahm. Niemals. Do kaun i ma meine Blumen einrexen.“

Edtstadler: „Und i mei Griaßkoch. Vorsicht, die Tür geht auf. Servus Elli, wia schaust denn du aus, du host jå ganz an roten Kopf.“

Köstinger: „Des wår jetzt a Wahnsinn. Noch ana Viertelstund is dem Basti scho die Kråft ausgangen. I hob scho glaubt, do schaut ka End her. Oba daun hob i no amoi richtig zuagriffen.“

Tanner: „Und jetzt?“

Köstinger: „Jetzt is des Gurkenglasl offen.“

Mehr über Österreichs Politik  in “Die Hofnarren der Republik”

Titelbild: APA Picturedesk

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