Sonntag, Juli 14, 2024

Mückstein in ZIB 2 – Plötzlich alles anders

Plötzlich alles anders

Nach dem tagelangen Corona-Schlagabtausch zwischen der ÖVP und Gesundheitsminister Mückstein konnte man am Montag in der ZIB 2 eine überraschende Wende beobachten.

 

Wien, 25. Mai 2021 | Übers Wochenende entbrannte in der Koalition ein Streit um weitere Öffnungsschritte. Dabei wollte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bereits Mitte Juni Teile der Maskenpflicht fallen lassen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) schien hingegen bei Lockerungen auf der Bremse zu stehen.

Bereits zum Amtsantritt war Mückstein vom Rechtsboulevard als Lockdown-Hardliner dargestellt worden. Die Öffnungsbremse passte deshalb in das gezeichnete Bild des Gesundheitsministers. Über Twitter richtete Mückstein dem Kanzler nämlich aus: „Umso mehr verwundern mich die Aussagen von Bundeskanzler Kurz zu weiteren Öffnungsschritten zum jetzigen Zeitpunkt.“ Mit Mückstein gebe es „keine Luftschlösser“. Kurz’ Aussagen hingegen seien „entbehrlich“.

Die ÖVP wiederum schoss in Person von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Klubchef August Wöginger zurück. So betonte Köstinger, sie wolle mit Mückstein über Lockerungen sprechen und ihn „überzeugen“.

Kanzler verkündet Stunden vor Mückstein-Interview alleine

Wenige Stunden vor Mücksteins Auftritt in der ZIB 2 vom Montag, verkündete Kurz in Brüssel, dass bereits am 17. Juni die nächsten Lockerungsschritte einsetzen sollen. Von Mückstein erwarteten deshalb viele ein Veto gegen diesen Vorstoß.

Mückstein überbietet Kurz bei Lockerungen

Der Gesundheitsminister sprach sich allerdings für ein Fallen der Maskenpflicht bei Outdoor-Veranstaltungen für den 10. Juni aus – also eine Woche früher als der anvisierte Kanzlertermin. Wieso Mückstein Kurz dann so scharf kritisiert hatte, war wohl die interessanteste Frage. Antwort: „Ich habe nie frühere Lockerungsschritte ausgeschlossen, das Zitat werden Sie nicht finden“, so Mückstein zu Moderator Martin Thür.

Mücksteins Kritik richtete sich vor allem darauf, dass Kurz vom gemeinsamen Plan abgewichen war und keine gemeinsame Kommunikation der Öffnungsschritte eingehalten hatte, so der Minister zu seiner eigenen Verteidigung. Die Vorschläge, die Kurz alleine präsentiert hatte, waren dem Kanzler zuvor von Mücksteins Gesundheitsministerium übermittelt worden. Mückstein hätte sich einen „gemeinsamen Prozess“ mit Sozialpartnern, Landeshauptleuten und Opposition vor der Verkündung gewünscht, Kurz hatte diesen Plan jedoch abgeschossen.

Verwunderung über 180-Grad-Drehung

Die Verwunderung in den sozialen Netzen war nach dem Interview des Gesundheitsministers jedenfalls groß.

Das ganze Interview gibt es hier zum Nachsehen.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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