Spritzen mehrfach verwendet

Voest-Mitarbeiter mussten nach Impfung zum HIV-Test

Aufruhr in einem steirsichen Voest-Werk. Eine Ärztin hat beim Impfen mehrerer Mitarbeiter die selben Spritzen verwendet, worauf diese zum HIV- und Hepatitis-Test mussten. Die Medizinerin gab den Fehler bereits zu.

Mürzzuschlag, 28. Mai 2021 | Bereits am Donnerstag berichtete der “Kurier” über den Fall im obersteirischen Mürzzuschlag. Eine Ärztin, die in einem Voest-Werk 59 Mitarbeiter gegen Covid-19 impfte, hat Spritzen mehrfach verwendet, wie sie mittlerweile zugab. Die geimpften Personen mussten daraufhin neben einem HIV- auch zu einem Hepatitis-Test. Die Sache wurde der Staatsanwaltschaft Leoben gemeldet.

Nadeln mehrfach verwendet

“Bei der von uns durchgeführten Qualitätskontrolle am Ende jedes Impfeinsatzes haben wir festgestellt, dass bei einer der eingesetzten Ärztinnen die Anzahl der verbrauchten Impfdosen und -materialien nicht mit der Anzahl der geimpften Personen übereingestimmt haben”, hieß es am Freitag vom Gesundheitsdienstleiter Arbeitsmedizinisches Zentrum Kapfenberg (AMZ).

“Die Impfungen selbst wurden – wie üblich – zur Wahrung der Privatsphäre der zu impfenden Personen unter Sichtschutz von der Ärztin in Eigenverantwortung und alleine durchgeführt”, hieß es. Nach nochmaliger genauer Prüfung zur vollständigen Aufklärung des Impfvorgangs habe die Ärztin erklärt, dass sie dabei einen Teil der Spritzen und Nadeln mehrfach verwendet haben könnte.

Erste Untersuchungen ergaben keine Infektion

Die “anzunehmende, individuelle medizinische Fehlleistung” dieser Ärztin mache zutiefst betroffen. Man habe umgehend die erforderlichen Sofortmaßnahmen eingeleitet. Insgesamt habe die Ärztin 59 Personen geimpft. Für mehr als 50 dieser Personen liegen die Ergebnisse der ersten von zwei erforderlichen Nachuntersuchungen bereits vor. Diese haben keinen Hinweis auf eine Infektion ergeben. Das Unternehmen, die voestalpine Böhler Bleche hat die Angelegenheit laut AMZ bei der zuständigen Behörde in Bruck/Mur eingebracht. Das AMZ Kapfenberg hat den Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft Leoben gemeldet, der Ärztekammer Steiermark Meldung erstattet sowie die Gesundheitsbehörden und alle weiteren zuständigen Stellen informiert. Die Ärztin wurde vom Dienst freigestellt.

Konzern verlangt Aufklärung

Für die voestalpine sei es unverständlich, wie es in einem medizinisch hoch-kritischen Bereich wie einer Impfstraße zu möglichen Mängeln in Hinblick auf Qualität und Hygiene kommen konnte. “Wir verlangen hundertprozentige Aufklärung, wie so ein Fehler passieren kann”, sagte ein Voest-Sprecher. Die voestalpine bedaure die Vorfälle zutiefst und werde alles daransetzen, um volle Aufklärung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten. Man habe eine externe Ärztin beauftragt, die für die betroffenen Mitarbeiter zur Verfügung stehe. Außerdem sei mit allen ein persönliches Gespräch geführt worden.

(apa/mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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