Rabensteiner

Der Kandidat

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

Wien, 05. Juni 2021 |

Kickl: „Tschüss mit ü. Tschau mit au. Bussi und baba. Glaub ma Norbert, i wollt nie Spitzenkandidat wern, ehrlich, oba jetzt muass i offenbår. Die Partei ruaft. Herbert, geh du voran.”

Hofer: „Du bist a hinterlistige Krätz’n. Mit mir wår die Partei scho wieder bei 20 %. Du polarisierst vü zu vü. Ihr werd’s wieder auf 15 % åbstürzen. Mit deine rechtsradikalen Sprüch’ bist um 80 Jåhr z‘spät drån. I warat der Kandidat der Mitte g’wesen. Wählbår fiar ålle. Außerdem kummst du nie wieder in a Regierung. Wer soll mit dir koalieren? Auf den Doskozil brauchst net wårten. Dir bleibt nur der Ku-Klux-Klan, sofern der irgendwaun ins Parlament kummt.”

Kickl: „Des werma no sehen. Und jetzt schleich di.“

Hofer: „Hob i scho. Schleich die söba.“

Kickl: „Voikoffer.“

Hofer: „Eierschädel.“

Kickl: „Bettbrunzer.“

Hofer: „Wås moch ma då eigentlich? Långsåm wird’s fad. Mir kånns ja scho wurscht sei, oba denk amoi an den nächsten Parteitåg. Des wird ka Verånstaltung, bei der ålle applaudieren. Då sitzt a buntes Publikum drinnen. Vom Schrumpfkopf bis zum Akademiker. Vom Alt-Nazi bis zum Identitären. Vom Verschwörungstheoretiker…”

Kickl: „Is scho guat.”

Hofer: „Bis jetzt håst nämlich immer nur die Gosch’n aufg’rissen und nix beweisen miassn. Und ois Minister wårst a anzige Katastrophen, du laufender Meter. Bist du drauf vorbereitet, waun die Delegierten frågen: Herbert, wås måchst ån dein ersten Tåg ois Bundeskånzler? Wos sogst daun? Und des frågen’s die garantiert. Die merken sofort, ob Fleisch am Knochen is. Die håm olle a g’sundes Volksempfinden. Oiso, wos sogst denen?”

Kickl: „I referier natürlich über mei Spezialgebiet. Ausländer raus. Übrigens, die Islam-Kårt’n von der Raab wår a super Idee. Kennt von mir sein. Waun i Bundeskånzler bin, daun lass i ålle åbschiab‘n. Ålle Illegalen. Ålle Asylanten. Daun ålle Türken und Tschuschen. Überhaupt den gånzen Balkan. Ålle Weiber mit Kopftiachl.“

Hofer: „Bei uns im Burgenland trågen vüle Bäuerinnen no a Kopftiachl.“

Kickl: „Ehrlich? Daun ålle Weiber mit Kopftiachl außer Burgenländerinnen. Ålle Neger. Wir brauchen bei uns kan Ali und kan Bimbo. Daham statt Islam. Pummerin statt Muezzin. Abendland in Christenhand. Jetzt schaust bled, Herr Ex-Obmann. Des wird a Triumphzug.“

Hofer: „Herbert, Herbert, Herbert, so wird des nix. Fünf Terroristen host vergessen.“

Kickl: „Wen?“

Hofer: „Die Familie Putz.“

Kickl: „Trottel. Allerdings, wer die åbschiabt, g’winnt die Absolute. Oba i bin no net fertig. Waun i Bundeskånzler bin, daun sperr i glei amoi a paar G’fraster ein. Z’erscht den Kurz. Daun den Blümel. Daun den Schmid von der ÖBAG. Den Nehammer. Den Haider…“

Hofer: „Der lebt nimma.“

Kickl: „…den Alfons Haider. Den Kogler. Die Maurer. Den Pilz. Den Wöginger. Den Van der Bellen…

Hofer: „Nau endlich. Danke.“

Kickl: …den Strache. Die Meinl-Reisinger. Den Hofer. Na, Spaß. Den Haimbuchner, diesen Judas, den Pilnacek und die Rendi-Wagner.“

Hofer: „Die Rendi-Wagner?“

Kickl: „A Einstandsgeschenk fiarn Doskozil. “

Mehr über Österreichs Politik in “Die Hofnarren der Republik”

Titelbild: ZackZack/ow

Lesen Sie auch

1 Kommentar
Neueste
Älteste Meisten Bewertungen
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare