»Karlsplatsch« und »Brunnhilde« sollen Wien abkühlen

Der Gürtel-Pool war gestern. In diesem Sommer sollen weitaus günstigere Alternativen für Abkühlung in Wien sorgen.

Wien, 09. Juni 2021 | Wer sich in Wien an Hitzetagen abkühlen möchte, kann dies nun auch wieder an ausgewählten Orten im öffentlichen Raum tun. Die Stadt Wien errichtet auf Plätzen und in Parks zahlreiche Abkühlungsmöglichkeiten – also etwa Trinkbrunnen, Nebelduschen oder Stelen mit Sprühfunktion. Auch werden mehr Spielplätze mit Wasserelementen zur Verfügung stehen. Die “coolen” und für den Autoverkehr vorübergehend gesperrten Straßen gibt es hingegen nicht mehr.

“Karlsplatsch”, “Sommerspritzer” und “Brunnhilde”

Der Wiener Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky und Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) präsentierten am Mittwoch eine Reihe der Kühlgerätschaften am Heldenplatz im Echtbetrieb, was angesichts sommerlicher Temperaturen auch für Freude bei so manchen Passanten sorgte. Das imposanteste Exemplar ist “Brunnhilde”. Es handelt sich dabei um einen Trinkbrunnen, der an Tagen über 30 Grad auch Sprühnebel verbreitet. Ihre Anzahl wird von 50 auf 75 Stück erhöht.

Insgesamt werden 260 Brunnhildes, Nebelduschen (“Sommerspritzer”) und Sprüh-Stelen aufgebaut. Dies sind insgesamt um 50 Exemplare mehr, wurde betont. Klassische Trinkbrunnen gibt es in der Stadt ebenfalls noch, an 1.100 Entnahmestellen ist Wiener Leitungswasser kostenlos zu beziehen. An besonders heißen Tagen wird am Karlsplatz – der zuletzt als Jugendtreffpunkt medial durchaus präsent war – ein Wasservorhang eingeschaltet. Er hört auf den klingenden Namen “Karlsplatsch“.

Wobei Sprühschläuche an besonders heißen Hitzetagen auch an anderen Plätzen zum Einsatz kommen werden, hieß es heute. Auch die Wasserspiele in den Wiener Parks werden ausgeweitet. 111 Spielplätze mit derartigen Anlagen gibt es, fünf neue werden heuer fertiggestellt – im Lichtentalerpark und im Wanda-Lanzer-Park.

Aus für “coole” Straßen und Gürtel-Pool

Die “coolen Straßen” aus der rot-grünen Ära sind hingegen Geschichte. In den vergangenen beiden Jahren war eine Reihe von Straßen und Gassen in den Sommermonaten zu solchen umfunktioniert worden. In den betreffenden Abschnitten musste der Durchzugsverkehr weichen, auch das Abstellen von Fahrzeugen war nicht mehr möglich. Stattdessen wurden Bänke, Rollrasen und Sprühnebel montiert bzw. verlegt.

Verkehrsstadträtin Ulli Sima, die das Amt nach der Wahl im vergangenen Herbst von Birgit Hebein (Grüne) übernommen hat, berichtete heute, dass die “coolen Straßen” zum Teil nicht so gut angenommen worden sind, wie erhofft. Man habe sich darum heuer auf Hitzehotspots konzentriert.

Schon länger bekannt ist, dass es heuer auch keinen Pool am Gürtel geben wird. Im Vorjahr war auf einem Kreuzungsplateau beim Westbahnhof eine Planschmöglichkeit eingerichtet worden. Auch dort kann der Verkehr heuer nun wieder ungehindert brausen.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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