Blümel auf Facebook richtig unbeliebt

Muss schon eigene Beiträge liken

Seit Monaten hält Finanzminister Gernot Blümel die rote Vertrauenslaterne in den Umfragen. Wie schlecht es um Blümels Zuspruch in der Bevölkerung steht, zeigt ein Blick auf seine Facebook-Seite. Dort muss er sogar schon die eigenen Beiträge liken.

Wien, 22. Juni 2021 | Einst war die ÖVP ein Power House in den Sozialen Netzwerken. Auch Gernot Blümel erfreute sich am großen Zuspruch auf Facebook und Co. Doch das änderte sich im vergangenen Jahr. Vergessene Nullen im Budget, 86 Erinnerungslücke, ÖBAG-Chats und die angedrohte Exekution durch den Bundespräsidenten, die Negativ-Schlagzeilen sammelten sich an, die Vertrauenswerte sanken rapide.

Blümel wird immer unbeliebter

Blümel genießt von allen Ministern der türkis-grünen Bundesregierung am wenigsten Vertrauen. Seinen Rücktritt fordern laut Umfragen bereits 65 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Das macht sich auch auf seinen Social Media-Kanälen bemerkbar. Seinen Twitter-Account löschte der Spitzenkandidat vor der Wien-Wahl 2020 schon einmal vorsorglich von sämtlichen Beiträgen, auf Facebook wurde strengstens moderiert. Unter anderem löschte man ein kritisches Posting des Schriftsteller Robert Menasses.

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Kaum mehr positive Kommentare

Doch seit der Wien-Wahlkampf vorbei ist, scheint man auf die Moderation großteils zu verzichten. Unter den Facebook-Beiträgen des Finanzministers, die ihm etwa beim Zollfang oder bei der Verteidigung gegen „falsche und leicht zu widerlegende Vorwürfe“ zeigen, tummeln sich die kritischen Kommentare. Positive Kommentare, die die Arbeit des Finanzministers loben, oder zumindest nicht komplett negativ beurteilen, sucht man vergeblich.

Jetzt wird geklagt

Dass der Finanzminister kein besonders großer Freund der Sozialen Netzwerke ist, zeigt sich auch daran, dass er einzelne Nutzer klagen will. Einer ging am Montag bereits an die Öffentlichkeit. Der Finanzminister hatte ihm einen Anwaltsbrief geschickt. Es dürften wohl noch weitere folgen.
Der Finanzminister, beziehungsweise sein Social Media-Team, drückt mittlerweile sogar bei den eigenen Beiträgen auf „Gefällt mir“ – eine eher ungewöhnliche Taktik.

Titelbild: APA Picturedesk

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