Mit Klebeband:

Aktivist erteilt »Park-Rowdys« Lektion

Ein Aktivist geht derzeit mit Klebeband gegen falsch geparkte Autos in Wien vor. Seine Mission: Öffentlichen Raum fairer verteilen.

Wien, 22. Juni 2021 | Jeder, der schon mal zu Fuß in Wien unterwegs war, kennt es: Geparkte Autos, die mit ihrer Frontschürze bis in den Gehsteig hineinragen und den Menschen den öffentlichen Raum nehmen. Nun will ein Aktivist nicht länger dabei zusehen und erteilt den Parksündern eine Lektion: mit einem Malerabdeckband.

Seit drei Monaten ist der Aktivist in der Hauptstadt unterwegs um Parksünder “abzustrafen”. Das angebrachte Klebeband soll dabei die überparkte Bodenmarkierung sichtbar machen. Danach macht er noch ein Foto für Twitter und macht sich auf die Suche nach dem nächsten Falschparker. Auf der Social Media-Plattform ist sein Account “Tape on Cars that Cross a Line” bereits ein Hit, knapp 3.000 Follower zählt er bereits.

“Autos dominieren Stadtbild”

Das angebrachte Klebeband soll dabei die überparkte Bodenmarkierung sichtbar machen. Am Montag erklärte der knapp 40-jährige Mann gegenüber ORF “Wien heute” seine Beweggründe so: “Ich habe mich mit Raumordnung und Stadtplanung beschäftigt. Es gibt diese Dominanz des Autos im Stadtbild. Und ich hatte dann nachts die Idee, das sichtbar zu machen, nicht nur für die Autofahrerinnen und Autofahrer selber, sondern auch für die Passantinnen und Passanten.”

Was halten Sie von der Klebeband-Aktion?

Erwischt habe ihn bis jetzt niemand. Dass es sich hierbei um eine Störaktion handelt – um Erlaubnis hat der Aktivist logischerweise nicht gefragt – sei ihm klar. “Ich verwende bewusst ein Malerabdeckband, weil das zum Beispiel keine Rückstände hinterlässt auf den Fahrzeugen“, beschreibt der Mann seinen “friedlichen” Protest gegenüber den Autofahrern.

Kritik vom ÖAMTC

Kritik für die Aktion kommt vom ÖAMTC. Dass Privatpersonen nun zu Parksherrifs werden, sei keine Lösung. “Es gibt dazu noch keine praktischen Erfahrungen oder Rechtsprechungen, aber ich würde sagen, es ist schon ein Eingriff, der deutlich ist und damit auch eine Besitzstörungshandlung darstellt. Das heißt, der betroffene Fahrzeugbesitzer kann gegen denjenigen, der die Bänder anbringt, mit einem Unterlassungsanspruch vorgehen und kann auch Schadenersatzansprüche damit geltend machen”, so ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer gegenüber dem ORF.

Hier geht’s zum Wien heute-Beitrag.

(mst)

Titelbild: Screenshot/ORF Wien heute

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