Erdogan-kritischer Journalist in Berlin attackiert

Schon wieder wurde ein Journalist in Europa attackiert, in Berlin traf es einen Erdogan-Kritiker. Dieser gibt sich kämpferisch: “Werde nie vor Faschismus kapitulieren”.

Wien, 08. Juli 2021 | Der regierungskritische türkische Journalist Erk Acarer, der im deutschen Exil lebt, ist in Berlin angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei wurde Acarer am Mittwochabend im Berliner Stadtteil Rudow im Bezirk Neukölln von mehreren Angreifern verletzt. Er erlitt eine Wunde am Kopf und wurde medizinisch behandelt. Der Angriff solle sich im Innenhof seines Wohnhauses ereignet haben, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Das Landeskriminalamt (LKA) Berlin ermittelt.

Acarer twitterte am Mittwochabend ein Foto von sich und schrieb dazu auf Türkisch: “Ich bin in meinem Haus in Berlin mit Messer und Faust angegriffen worden.” Er sei nicht in Lebensgefahr, habe einige Schwellungen am Kopf und sei im Krankenhaus. “Ich kenne die Täter. Ich werde niemals vor dem Faschismus kapitulieren.” Er und seine Familie stünden unter Polizeischutz. In einem Video von Donnerstag früh sprach er von drei Angreifern.

Acarer wurde zusammen mit anderen Journalisten in der Türkei angeklagt. Vorgeworfen wurde ihnen die Veröffentlichung von geheimen Informationen zur staatlichen Sicherheit und zu Geheimdienstaktivitäten. Hintergrund waren nach Angaben von Amnesty International unter anderem Berichte über einen in Libyen getöteten Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes.

Der ebenfalls im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar wertete den Angriff als “direkte Botschaft” des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, der damit deutlich machen wolle, dass die Türkei “einen regimekritischen Journalisten sogar in Berlin angreifen” könne.

Auch die Journalistin Mesale Tolu, die 2017 mehrere Monate in der Türkei in Untersuchungshaft saß, verurteilte den Angriff. “So viele Menschen suchen Schutz in Deutschland und werden dann auch hier aggressiver Gewalt ausgesetzt. Das muss ein Ende haben”, schrieb sie auf Twitter.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

18 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
Prokrastinator
8. 07. 2021 18:58

Es gibt mittlerweile etliche Videoszenen, in denen Boris Reitschuster von Privatpersonen und auch Polizei gewalttätig attackiert wurde.

Warum gilt der nicht als schützenswerte Person und die Attacken auf ihn nicht als Bsp für die Bedrohung der Meinungsfreiheit?

Just asking, ZackZack……

SebastianNetanyahu
8. 07. 2021 18:34

Recep Tayyip Erdoğan, Sebastian Kurz, Naftali Bennett, Viktor Orbán und wie sie alle heißen.
Verfolgen politische Gegner, erklären die Opposition zu Terrororganisationen, schüchtern den Journalismus ein, erlassen Polizeistaatsgesetze und beseitigen Aufständische mithilfe des Geheimdienstes. Abgesehen von unterschiedlicher Sprache und Kultur scheinen sie alle Rechtspopulisten zu sein, denen Menschenrechte vollkommen egal sind.

Die Frage ist was noch alles passieren muss bis die Mehrheit der Leute begreift was hier abgeht. Viele werden vermutlich ins Gefängnis gehen, einige werden im schlimmsten Fall mit ihrem Leben bezahlen, doch irgendwann werden alle die Augen haben sehen. Wenn es so weiter geht, dann sind wir bald alle Julian Assange, entweder Klappe halten oder warten bis der Geheimdienst kommt.

Bastelfan
8. 07. 2021 10:27

Diktatorenbagage.
Mich wundert eigentlich, dass der recep nicht zu bastels busenfreunden gehört.

nikita
8. 07. 2021 13:04
Antworte auf  Bastelfan

Der gefällt dem Bastl nicht, is net katholisch.

Bastelfan
8. 07. 2021 13:52
Antworte auf  nikita

Ah ja, der wladimir ist ja auch auf einmal so christlich.

nikita
8. 07. 2021 15:02
Antworte auf  Bastelfan

Der Wladimir war immer schon christlich.
Er braucht die Popen für die Wahlen, die sind in Russland ganz wichtig.
Außerdem ist der Alexander Sergejewitsch Saldostanow sein bester “Freund”.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nachtw%C3%B6lfe

DonCamillo
8. 07. 2021 10:06

Linksextreme stürmen Büro von oe24, weil sie Nationalität der afghanischen Vergewaltiger & Mörder von Leonie genannt haben!

Wien: Rund 20 vermummte linksextreme Aktivisten der Gruppe „Alerta Feminista“ versuchten gestern Nachmittag die Büros der führenden österreichischen Online-Plattform oe24 zu stürmen.

Hier kann sich ein jeder ein Bild machen ,welches Niveau diese jungen Weiber haben…Video:

https://politikstube.com/linksextreme-stuermen-buero-von-oe24-weil-sie-nationalitaet-der-afghanischen-vergewaltiger-moerder-von-leonie-genannt-haben/

nikita
8. 07. 2021 13:20
Antworte auf  DonCamillo

Politikstube😂😂😂😂

nikita
8. 07. 2021 15:05
Antworte auf  nikita

Ich poste im Standard sowieso nicht und die Politikstube lese ich genausowenig wie unzensiert 😂😂😂😂

DonCamillo
8. 07. 2021 14:14
Antworte auf  nikita

Dürfen Sie im Standard nicht mehr posten???

👍👍👍👍👍👍

Zuletzt bearbeitet 1 Jahr zuvor von DonCamillo
Bastelfan
8. 07. 2021 10:28
Antworte auf  DonCamillo

Wieder so ein armes rechtes opfer.
So sad.

Unbekannt
8. 07. 2021 10:20
Antworte auf  DonCamillo

Die Autorin Zana Ramadani war mal Mitglied bei den Femen und hat sich von dort verabschiedet, weil auch die von hirnlosen, ungebildeten Jung-Öko-Ich-Ich-Ich-Kommunist-Sternchen-Innen gekapert wurden und außer blank ziehen und hysterisch rumschreien nichts mehr zusammen gebracht haben.

Bastelfan
8. 07. 2021 10:29
Antworte auf  Unbekannt

Zumindest trauen die sich was, im gegensatz zu vielen lulus.

Antiparteiisch
8. 07. 2021 10:34
Antworte auf  Bastelfan

Viel Feind, viel Ehr.
Die haben alle den Hang zur “Märtyrerin”.
Die wären ja noch stolz darauf, wenn man sie einsperren würde und mehr.
Das hat nichts mit Mut zu tun, wenn man wahnhaft ist.

Wobei mutig: Perücke, Sonnenbrille und Maske …
Wovor müssten sie denn Angst haben, dass der Fellner kommt?

Zuletzt bearbeitet 1 Jahr zuvor von Antiparteiisch
plot_in
8. 07. 2021 11:14
Antworte auf  Antiparteiisch

Vor Ihnen.

Antiparteiisch
8. 07. 2021 9:51

Haben die Angreifer irgendwas gesagt? Ging es um seine Arbeit, Geld oder worum?
Man kann sich auch so unbeliebt machen bei anderen Menschen.

Einer gegen drei und dazu hatte ein Gegner noch ein Messer: Der Mann muss ja ein Kung-Fu-Kämpfer sein.

Bastelfan
8. 07. 2021 10:33
Antworte auf  Antiparteiisch

Ist wahrscheinlich ein schlechter mensch, dieser journalist.
Selbstverteidigungskurse bringen was, besonders für verfolgte personen. Zumindest manchmal.
War der angschossene investigativjournalist in holland auch ein schlechter mensch.

Antiparteiisch
8. 07. 2021 10:35
Antworte auf  Bastelfan

Nein, nein, als kritischer Journalist ist er ja automatisch ein guter Mensch.