»Feiern ist auch politisch«

Rapperin Gazal im ZackZack-Interview

“Oyna” – so heißt der neue Track von Rapperin Gazal Köpf. Im Interview mit ZackZack spricht sie über das Politische beim Feiern, wie wichtig ihr ihre Wurzeln sind und was das Wort “Oyna” für eine Bedeutung hat.

Wien, 09. Juli 2021 | Gazal Köpf hat im Oktober ihren ersten Track zusammen mit „Kid Pex“ aufgenommen. Daraufhin ist sie mit ihrem eigenen Debütalbum durchgestartet. Mit ihrem neuen Track „Oyna“ will die Rapperin püntklich zur Öffnung der Clubs zum gemeinsamen Feiern und vor allem Tanzen einladen: “Denn genau das bedeutet das Wort ‘Oyna’: Tanz!”

„Ich bin stolz auf meine Wurzeln“

Der Titel kommt aus dem Türkischen und bedeutet “Tanz”. Die Wiener Rapperin ist nämlich dreisprachig aufgewachsen. Sie spricht fließend Türkisch, Persisch und Deutsch. In ihrem Song tauchen auch viele weitere türkisch-sprachige Elemente auf.

„Ich finde es einfach schade, dass es immer als etwas Negatives im politischen Diskurs verkauft wird, wenn man mehrsprachig aufwächst“, so Gazal. Sie ist stolz darauf, überall ihre Wurzeln zu haben, das mache sie “Vielfältiger und Gefestigter”. „Und wie geht das besser, als das in Musik zu verpacken?“, so Gazal.

Foto: © Pask Visuals

Partytracks ohne Sexismus und Machogetue

Dass gute Partytracks auch ohne sexistische Texte oder Machogehabe funktionieren, beweist die Rapperin allemal. „Denn alles, was man macht, ist politisch deutbar. Auch dieser Partytrack“. Ihr ist es wichtig, dass man Musik machen kann, die zum Feiern animiert – ohne dabei jemanden auszuschließen und sexistisch zu sein. Ihre Musik sei für Leute, die das Schubladen-Denken aufsprengen wollen, sagt Gazal.  Ein Beispiel ist ihr Song ‚Regenbogenlove‘: „Da spreche ich auch über Sex aber nicht auf eine sexistische Art und Weise.“.

Im Herbst 2021 ist ihr zweites Album geplant. Es soll die Facetten, Bandbreiten und Vielschichtigkeit von Gazal zeigen, auch in der Musik. “Die Genres werden von HipHop bishin zum Dubsteb reichen”. “Oyna” wird einer der Tracks des neuen Albums sein.

Foto: © Pask Visuals

Als Rapperin in einer HipHop-Männderdomäne

Klar sei, dass die Musik- und HipHop-Szene eine Männerdomäne ist, denn „die ganze Welt ist eine Männerdomäne“. Doch dieses Bild will die Rapperin entschärfen: “Es gibt auch zahlreiche Frauen und Queere Personen in der Szene. Doch es ist immer dieses Machogehabe, was für Interesse sorgt”. In Österreich etabliere sich da jedoch bereits viel, “vor allem auch bei politisch korrektem Hiphop – ohne erhobenem Zeigefinger”. Es sei längst Zeit, dass man Frauen und Queeren Leuten eine Bühne gibt, so Gazal.

Im September erscheint im Ventil-Verlag „Awesome HipHop Humans“ – ein Buch über linksfeministischen HipHop jenseits des Mainstreams, herausgegeben von Gazal und ihrer Kollegin, der deutschen Rapperin Sookee.

“Sookee und ich schreiben an einem Buch, das ein Nachschlagewerk von und für Frauen und Queere Personen aus der Szene sein soll – halt auch für Bookerinnen und Booker, damit die sehen, was es da alles gibt”.

Und hier nun das Musikvideo zu Gazals neuem Track “Oyna”:

(jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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